Mode of Access
Stiftung Künstlerdorf Schöppingen | kaethe:k Kunsthaus
„Modes of Access“ (Zugangsformen) legen fest, wer Zugang zu Ressourcen – Daten, Räumen, Systemen – erhält. In der Informatik ist dies eine technische Frage. In Gesellschaft und Kultur ist es eine politische Frage: Wer hat Zugang? Unter welchen Bedingungen? Wer legt die Regeln für die Teilhabe fest? Und wie kann der digitale Raum diese Barrieren abbauen und den Ausgeschlossenen Zugang verschaffen?
In diesem Kooperationsprojekt bieten das Künstler*dorf Schöppingen und das kaethe:k Kunsthaus vier digitale Residenzen an. Das Programm findet vollständig digital statt, so dass das Arbeiten vom eigenen Standort aus möglich ist.
Während des Projektes setzen sich die Medienkünstler*innen Ana María García Jácome (Mexiko), Aynaz Norouzi Baranghar (Iran), Gaurav Singh Nijjer (Indien) und Nóra Réka Juhász (Ungarn) mit Zugang als politischer und künstlerischer Methodik auseinander und untersuchen, wie digitale Räume Partizipation vervielfachen statt vereinheitlichen können.
Im Sinne der „Disability Justice“ (Gerechtigkeit für Menschen mit Behinderung) betrachten wir Barrierefreiheit nicht als rechtliche Verpflichtung, sondern als gemeinsame Verantwortung, und Behinderung nicht als individuelles Defizit, sondern als Folge von Systemen, die bestimmte Körper, Zeitkonzepte und Lebensweisen als Norm festlegen. Darüber hinaus sehen wir Residenzen als Zeit zum Arbeiten, aber auch zum Ausruhen und zum Knüpfen von Kontakten.
In digitalen Residenzen werden diese Ausgrenzungen nicht automatisch beseitigt; sie bestehen in anderer Form fort: in Plattformarchitekturen, bei denen Barrierefreiheit erst nachträglich hinzugefügt wird, anstatt von Beginn an integriert zu sein, und in Arbeitsstrukturen, die Produktivität anhand eines einzigen Rhythmus messen.
„Crip Time“ (Pausenzeit) beschreibt die Erfahrung, dass Zeit für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen anders verläuft – geprägt von wechselnden Rhythmen, Ermüdungsphasen und sich wandelnden Bedürfnissen. Im Rahmen von „Modes of Access“ verstehen wir die Programmstruktur als ein Labor, um diese Zeitlichkeit strukturell zu erkennen, und fördern gegenseitige Abhängigkeit durch flexible Formate und Teilnahmemöglichkeiten. Dahinter steht die Überzeugung, dass der Zugang zur Kultur nicht standardisiert, sondern vielfältig gestaltet werden muss.

Das Künstler*dorf Schöppingen bietet Künstler*innen, Komponist*innen, Schriftsteller*innen und anderen Kulturschaffenden einen Raum für konzentriertes Arbeiten, Austausch und gezielte Vernetzung. Seit 2024 lädt es in Zusammenarbeit mit dem kaethe:k Kunsthaus Künstler*innen mit Behinderungen zu Präsenzresidenzen ein. Die Digital Residencies sind ein neues, ab 2026 stattfindendes jährliches Format, das Künstler*innen unterstützen soll, die digitale Räume als primären Arbeitsraum nutzen.
www.kuenstlerdorf.de

Das kaethe:k Kunsthaus verbindet künstlerische Exzellenz mit struktureller Inklusion. Mit Sitz in Pulheim-Brauweiler bietet es Künstler*innen mit Behinderungen ein professionelles Atelierumfeld und fördert ihre Karrieren durch eine Künstleragentur, ein Bildungsprogramm und ein umfangreiches Netzwerk. Durch Veranstaltungen, Projekte und Kooperationen setzt sich das kaethe:k dafür ein, die Sichtbarkeit und institutionelle Präsenz von Kulturschaffenden mit Behinderungen im Kunstbereich zu stärken.
www.kaethek.de
Das Förderprogramm Medienkunstfonds fördert neue kooperative Prozesse in der Medienkunst & digitalen Kultur. Es unterstützt die Zusammenarbeit zwischen Akteurinnen und Akteuren aus verschiedenen Bereichen von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft in Nordrhein-Westfalen.


































































































































































