Agnes Meyer-Brandis

Agnes Meyer-Brandis

1973, aachen
STIPENDIUM 2009

Büro medienwerk.nrwFörderung

Das Stipendium des Landes Nordrhein-Westfalen für Medienkünstlerinnen 2009 wurde an Agnes Meyer-Brandis vergeben.

Mitglieder der dreiköpfigen Jury waren Susanne Ackers (ehem. Geschäftsführerin des HMKV Hartware MedienKunstVerein, Dortmund), Annette Schindler (ehem. Direktorin des plug.in, Basel) und Sabine Himmelsbach (ehem. Direktorin des Edith-Ruß-Haus, Oldenburg).

Begründung der Jury
„Die Unbekannten Theorie-Objekte, sogenannte UTO’s, sind zufällige Verdichtungen des theoretischen Feldes. … UTO’s sind Kristallkugeln, in denen das vage Licht eines noch nicht existierenden Theorems auftaucht.“
Dies schrieb 1993 die Agentur Bilwet aus Amsterdam, die sich die Verbreitung illegaler Wissenschaften zum Ziel gesetzt hat. Mit diesen illegalen Wissenschaften wird häufig so etwas verbunden wie Zukunftsforschung im allgemeinen oder Trendforschung im speziellen.
Das eingereichte Projekt trägt den Titel „The Moon Goose Experiment / a bio-poetic investigation“. Die bereits vorhandenen Materialien sind Beobachtungen von Verhalten und Reaktion der Mondgans unter dem Einfluss der totalen Sonnenfinsternis in Sibirien, 2008, die die Künstlerin während einer Sibirienexpedition nach Novosibirsk sammelte. Vergleichbar dem klassischen Verhalten von Zugvögeln migrieren die Mondgänse von der Erde zum Mond und zurück. Die Forscherin Agnes Meyer-Brandis untersucht die Frage: Welche Störung oder Veränderung bewirkt die Sonnenfinsternis auf die Flugrouten, den Flugrhythmus und das Verhalten der Mondgänse? 
Agnes Meyer-Brandis setzt Technologie als pseudowissenschaftliches Instrument ein. Sie bedient sich dieses wissenschaftlichen Instrumentariums und setzt es ästhetisch künstlerisch um, indem sie imaginäre Welten konstruiert und erschließt. Die künstlerisch starke Position, die mit diesem Projekt gefördert wird, verknüpft biologische Vorgänge mit technologisch-wissenschaftlichen Mitteln in einer performativ geprägten Form. Die poetische Investigation von Wissenschaft leistet einen klugen und komplexen Beitrag zum großen Thema „Wissenschaft und Kunst“. 
Die Ergebnisse der Residenz wurden 2009 im HMKV Hartware MedienKunstVerein präsentiert.

Agnes Meyer-Brandis (*1973 in Aachen) ist wohnhaft in Köln. Mit ihrem Gesamtkonzept „Forschungsfloß für Unterirdische Riffologie u. V. / www.ffur.de“ entwickelte sie eine eigene Sprache und definiert ihre Rolle sehr präzise als die einer Poetik-Forscherin. In unterschiedlichen Ortsbezügen und Forschungsreisen erhält ihre künstlerische Sprache immer wieder neues Vokabular.

Weitere Informationen auf der Website der Künstlerin