Rena Tangens

Rena Tangens

1960, bielefeld
STIPENDIUM 2007

Büro medienwerk.nrwFörderung

Das Stipendium des Landes Nordrhein-Westfalen für Medienkünstlerinnen 2007 wurde an Rena Tangens vergeben.

Mitglieder der dreiköpfigen Jury waren Dr. Inke Arns (Direktorin des HMKV Hartware MedienKunstVerein, Dortmund), Cornelia Sollfrank (Künstlerin, Hamburg/Celle) und Rosa Barba (Künstlerin und NRW-Medienkunst-Stipendiatin 2005).

Begründung der Jury
Ausgehend von der Feststellung Lev Manovichs, dass der „(medial) erweiterte Raum überwachter Raum“ ist („Augmented space is monitored space“) wird Rena Tangens sich in ihrem Projekt „Citizens need parks, netizens need privacy“ mit den Auswirkungen realer bzw. erwarteter Überwachung auf das menschliche Verhalten auseinandersetzen und technische, politische, aber auch künstlerische Handlungsmöglichkeiten gegen den oft als unausweichlich empfundenen Verlust der informationellen Selbstbestimmung aufzeigen. Ihr Kunstbegriff ist dabei ein erweiterter, der den Beuysschen Begriff der „Sozialen Plastik“ in den medialen Raum ausdehnt und so eine dezidiert politische Form der „relationalen Ästhetik“ skizziert. Tangens’ Projekt, das sich explizit auf Frederick Law Olmsted bezieht, will dazu anregen, die sozialen, gesellschaftlichen und politischen Prozesse, die im „Augmented Space“ stattfinden, in einem ästhetischen Rahmen zu reflektieren und kritisch zu begleiten.

Rena Tangens (*1960 in Bielefeld) ist Künstlerin, Publizistin, Netzpionierin und Mitbegründerin des Bielefelder Digitalcourage e.V. 1984 gründete sie gemeinsam mit ihrem Kollegen padeluun das Kunstprojekt „Art d’Ameublement“. Seit 2000 recherchiert und organisiert sie die jährlichen deutschen BigBrotherAwards (die „Oscars für Datenkraken“). Rena Tangens prägte 2001 das Wort „Datenkrake“, das inzwischen in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen ist. 2004 erhielt sie gemeinsam mit padeluun den Kunstpreis „Evolutionäre Zellen“, 2008 die Theodor-Heuss-Medaille für ihr Engagement für die Bürgerrechte, 2014 den taz-Panterpreis für „Helden des Alltags“, 2015 den Preis „Persönlichkeit des Verbraucherschutzes“ der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz, 2016 den Bielefelder Frauenpreis und 2018 die Ehrennadel der Stadt Bielefeld.

Weitere Informationen auf der Website der Künstlerin