Aurelia Mihai

Tal_der_Träumen_Valley_©Aurelia_Mihai

Aurelia Mihai

1968, Bukarest
STIPENDIUM 2003

Büro medienwerk.nrwFörderung

Das Stipendium des Landes Nordrhein-Westfalen für Medienkünstlerinnen 2003 wurde an Aurelia Mihai vergeben.

Mitglieder der dreiköpfigen Jury waren Iris Dressler (ehem. Direktorin des HMKV Hartware MedienKunstVerein, Dortmund), Diana Ebster (ehem. Kuratorin im lothringer 13/spiegel, München) und Anja Kreysing (Künstlerin und NRW-Medienkunst-Stipendiatin 2002). Die Jury hat die Stipendiatin aus 53 Bewerbungen ausgewählt.

Begründung der Jury
Aurelia Mihais Projekt „Tal der Träumer“ setzt an einer Auseinandersetzung mit der Geschichtskultur in den USA an. Ziel ist eine auf zwei Räume bezogene Installation, die zum einen die Ästhetiken und Sprachen der wissenschaftlichen Ausstellung sowie zum anderen des wissenschaftlich-dokumentarischen Filmes aufgreift. Kalifornien und Nevada werden zum paradoxen Austragungsort ägyptologischer Forschung und Ausgrabungen. Gegenstand der Forschung sind dabei detailgetreue Imitationen des Tutanchamun Grabes oder der Sphinx, wie sie in der Spielermetropole Las Vegas zu finden sind, sowie Film-Sets aus der Hollywood Industrie. 
Die Inszenierung einer fiktiven und „gefakten“ Altertumsforschung wird dabei von der Realität eingeholt: So wurde das Film-Set von Cecil B. De Milles Monumentarfilm „Die Zehn Gebote“ (1923) – d.h. die Kulisse einer 30 Meter langen Tempelarchitektur – nach Ende der Dreharbeiten im Sand der Dünen von Santa Maria vergraben. Vor 10 Jahren wurden Überreste dieser Kulissen gefunden und von Archäologen untersucht. Das Filmset wurde jedoch bisher nicht gehoben. Die Jury überzeugte die sorgfältigen Vorrecherchen, der konzeptionelle Ansatz sowie die geplante Umsetzung und Präsentation des Projektes. Ausschlaggebend waren darüber hinaus die komplexen Ebenen zwischen Dokumentation, Fiktion, Wissenschaft und Illusionismus, die das Projekt „Tal der Träumer“ einander gegenüber stellt.

Lobend erwähnt wurden darüber hinaus die eingereichten Projekte von Christine Erhard (Düsseldorf) und Monika Pirch (Düsseldorf).

Aurelia Mihai (*1968 in Bukarest, Rumänien) studierte an der Kunstakademie Bukarest, Kunstakademie Düsseldorf und an der KHM Köln. Seit 2009 lehrt sie an der HBK Braunschweig. Preise und Stipendien u.a.: E-STAR-Stipendium IEA N.Y., Stipendium der Villa Aurora, L.A., EMARE-Stipendium, HTBA Hull, Förderpreis für Bildende Kunst der Landeshauptstadt Düsseldorf; EuRegio Kunstpreis; Villa Massimo Stipendium Rom und IASPIS, Stockholm. Ihre Werke wurden international ausgestellt und waren auf zahlreichen Festivals zu sehen.

Weitere Informationen auf der Website der Künstlerin