STERNA | PAU & Lisa Passing: „AUDIENCE PARTICIPATION LAB“

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STERNA | PAU & Lisa Passing: „AUDIENCE PARTICIPATION LAB“

FELLOW: lisa passing

MedienkunstfellowsFörderung

Theaterperformance mit Publikumsbeteiligung, Interaktion, Sensoren, Daten und IoT

Ein Stück, das nur mit der aktiven Teilnahme des Publikums stattfinden kann: Die Performancegruppe STERNA | PAU und die Webdesignerin Lisa Passing entwickelten digitale Tools für eine Inszenierung, die Theater und Computerspiele lustvoll miteinander verbindet.

Die Pandemie war eine Zeit, in der neue digitale Praktiken entwickelt wurden. Interaktivität und eine aktive Einflussnahme des Publikums bekamen eine ganz neue Bedeutung in Performances, die plötzlich nicht mehr im Theaterraum, sondern vor dem Bildschirm stattfanden. Die Performancegruppe STERNA | PAU wollte ebendiese Techniken und Handlungsweisen, die uns vor allem aus dem Computerspiel-Bereich bekannt sind, wieder ins Präsenztheater zurückführen. Aus Computerspielen stammende Tools wie Eingabe und Feedback oder Input und Output wurden auf ihre Eignung für den Theaterraum hin überprüft. Das Beteiligungskonzept der Produktion ghostlike wurde auf Basis von Fragestellungen entwickelt: Sollen konstant Daten aus dem Publikum gesammelt werden, ohne dass dieses aktiv werden muss – zum Beispiel indem man Geräusche mit Mikrofonen aufnimmt und darüber Projektionen beeinflusst? Oder kommen Controller zum Einsatz, die nur einzelnen Personen im Publikum zur Verfügung stehen und die beispielsweise Motoren in der Kleidung der Performer*innen aktivieren und diese so wissen lassen, wie sie sich verhalten bzw. bewegen sollen? ghostlike ist vom Genre der sogenannten Rogue-like-Spiele, einer Untergruppe von Computer-Rollenspielen, beeinflusst. Die Bezeichnung beruht auf dem Rollenspiel Rogue aus dem Jahr 1980, bei dem, aufgebaut aus verschiedenen Levels, ein Amulett in einem von Monstern bevölkerten Verlies gefunden werden muss. Für die Produktion wurden Taschenlampen im Publikum verteilt und farbig markierte Lichtsensoren an der Bühne befestigt – die Zuschauer*innen, die hier immer auch Teilnehmende waren, konnten also mittels Licht-Feedback aktiv Einfluss auf den Verlauf der Performance nehmen.

WO: Essen (Residenz im Maschinenhaus Essen), Berlin (Haus Kunst Mitte), Bochum (BlueSquare, Ruhr Universität), Düsseldorf (FFT Forum Freies Theater Düsseldorf)

Die Premiere zu ghostlike fand am 25. Februar 2023 in Düsseldorf statt. Gastspieltermine sind ab Herbst 2023 in Essen und Dortmund geplant, Weiterentwicklung und Auswertung der Tools bis Ende 2023.

TEAM ghostlike: Konzept und Stückentwicklung: Maren Becker, Yasmin Fahbod, Lisa Passing, Laura Pföhler, Hannes Siebert, Jolanda Uhlig. Regie: Laura Pföhler. Performance: Maren Becker, Yasmin Fahbod, Hannes Siebert. Kreativtechnologie: Lisa Passing. Gamedesign: Hannes Siebert. Bühne & Video: Christopher Dippert. Bühnenbildassistenz: Lea Deckers. Kostüm: Jolanda Uhlig.
Musik: Maren Becker, Laura Pföhler. Produktionsleitung: Laura Zielinski. Veranstaltungstechnik und Lichtdesign: Julius Kindermann. Sounddesign: Simon Nieder. Dramaturgie: Aidan Riebensahm, Laura Zielinski.

Lisa Passing (Berlin) hat Webdesign und – entwicklung studiert und arbeitet als Creative Technologist. Ihr Schwerpunkt ist Interaktion mit Technologie auf individueller und gesellschaftlicher Ebene. Sie verbindet Erfahrungen aus der Software- und Videospielentwicklung mit Aktivismus und Policy-Arbeit rund um Open Source und Open Data. Sie ist Mitglied des feministischen Hacker*innen-Kollektivs Heart of Code.

STERNA | PAU ist ein Theater- und Performance-Netzwerk aus Bochum, Dortmund und Berlin. Die Künstler*innen kreieren Theater für Jugendliche und Erwachsene und erproben dabei immer wieder neue Formen von Teilhabe. Gerne arbeiten sie mit nicht-menschlichen Akteur*innen zusammen und transferieren Theater in digitale Räume. Im Mittelpunkt stehen vor allem das Zusammenleben und Beziehungen in jeglicher Form sowie die Frage, wie diese durch Technik, Digitalität und Popkultur geprägt sind.

Credits: Fotos Audience Participation Lab: © Louisa-Marie Nübel | Portrait Lisa Passing: © privat