Anja Kreysing

CounterStructures

Anja Kreysing

1967, Hamm
STIPENDIUM 2002

Büro medienwerk.nrwFörderung

Das Stipendium des Landes Nordrhein-Westfalen für Medienkünstlerinnen 2002 wurde an Anja Kreysing vergeben.

Mitglieder der dreiköpfigen Jury waren Dr. Inke Arns (Direktorin, HMKV Hartware MedienKunstVerein, Dortmund), Iris Dressler (ehem. Direktorin HMKV Hartware MedienKunstVerein, Dortmund) und Vanessa Joan Müller (ehem. Kuratorin, Frankfurter Kunstverein, Frankfurt am Main).

Begründung der Jury
Mit den neuen Technologien haben sich unsere Vorstellungen sowie die „Realitäten“ von Raum, Architektur und Wohnen wesentlich verschoben. So ist bereits der Alltag von vielfachen Überlagerungen zwischen physischen Wirklichkeiten und den Wirklichkeiten der „Codes“ geprägt. Mobilität und Fluktuation, Datenflüsse und Hypertexturen, das Instabile und Liquide, Deterritorialisierung und Nicht-Orte sind nur einige der Schlüsselbegriffe, um welche die aktuellen Diskurse über neue Technologien, Architektur und Urbanität kreisen. Utopien und Dystopien werden dabei gleichermaßen entworfen.
Mit dem Projekt „AudioArchitekt. reality dub“ untersucht Anja Kreysing öffentliche und private Räume verschiedener Städte nach ihren je spezifischen „akustischen Abbildern“. Die Geräusche von öffentlichen Gebäuden, Plätzen und Privaträumen sollen auf einer Audio-CD aufgenommen und dann in Form einer „pocketarchitecture“, das heißt eines technischen Gerätes, dass den audiografierten Ort mobilisiert, an die jeweils anderen „Hörplätze“ verschoben werden.
Das Konzept überzeugte durch seinen originellen Ansatz der akustischen De/Mobilisierung von Architekturen, Räumen und Orten. Positiv bewertet wurde außerdem, dass das Projekt auf vielfältige künstlerische Materialien, Techniken und Handlungen zurückgreift: Es verbindet Audiomaterial, Objekte, Kommunikations-Design, Low- und High-Technologien mit performativen Ansätzen.
Die Arbeit wurde 2003 vom HMKV Hartware MedienKunstVerein parallel zur Ausstellung „games“ in der PHOENIX Halle in Dortmund gezeigt. 
Die Jury hat darüber hinaus zwei lobende Erwähnungen ausgesprochen: Zum einen für Michaela Schweiger und ihr Projekt „Multipl(a)y by(e)“, dass sich mit der Struktur und Architektur von so genannten „Cyberstädten“ auseinandersetzt. Zum anderen für Susanne Brügger und ihr Projekt „Das Inselproblem“, das sich mit der Kartografierbarkeit öffentlicher Räume beschäftigt.

Anja Kreysing (*1967 in Hamm) lebt in Münster. Sie studierte Experimentalfilm und Klangkunst bei Lutz Mommartz (Meisterschülerin); Improvisierte Musik u.A. bei Malcolm Goldstein; Certified Deep Listening Practitioner nach Pauline Oliveros. Live-Soundtracks für Film, Theater, Performance; Elektroakustische Environments / Klanginstallationen; improvisierte Musik mit Akkordeon und Elektronik in der Tradition von Experimental/Noise & Folklore Imaginaire, Kuratorin bei „schwarz-weiss ist die bessere farbe“, Label für Filmkonzerte und a/v Kunst.

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