LIVING GROUND – A Photographic Dialogue across Colonial Histories

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LIVING GROUND – A Photographic Dialogue across Colonial Histories

sitespecific GbR (Freya Hattenberger) | Anna Brus | boasblogs | Global South Studies Center

Medienkunstfonds 2026Förderung

Living Ground ist der Auftrakt zu einem Langzeitprojekt zur kritischen Neubestimmung des Verhältnisses zwischen ethnologischen Museen und indigenen Communities.
Im Zentrum steht die Frage, wie sich die extraktive Logik kolonialer Bildpraktiken in einen produktiven fotografischen Dialog übersetzen lässt. Grundlage sind medienkünstlerische Recherchen in den Archiven des RJM und des Ethnologischen Museums Berlin zu den Forschungen Franz Boas‘ an der pazifischen Nordwestküste sowie eine Residency in Alert Bay (Kanada). Daraus entstehen pflanzenbasierte, nicht-toxische Bildverfahren, die gemeinsam mit der Kwakwaka’wakw-Community erprobt werden. Wie können ethnologische Sammlungen, deren Dokumente von epistemischer Gewalt und Leerstellen geprägt sind, nicht als tote Archive, sondern als lebendige Bezugssysteme für zeitgenössische Praxis nutzbar gemacht werden?  
LIVING GROUND setzt da an, wo Archive keine Antworten geben oder Geschichten zum Verschwinden gebracht haben. Das Projekt verbindet künstlerische Interventionen, akademische Lehre und Community-Kooperation unter dem Leitbild der Reziprozität. Durch die direkte Einbindung der Kwakwaka’wakw-Community als Autor:innen der Darstellung, durch die Verbindung von akademischer Reflexion und künstlerischer Arbeit, und durch die transparente Publikation aller Prozessschritte wird ein neues Modell für Museumskooperationen entwickelt – eines, das den kolonialen Blickregimen, die bis heute unsere Wahrnehmung prägen, eine relationale Kunstpraxis entgegenstellt. Ein Modell, das Gegenwart statt Vergangenheit, Partnerschaft statt Objektstatus, und Lebendigkeit statt Archivierung priorisiert.Bio-Text

Freya Hattenberger (sitespecific GbR) lebt u. arbeitet in Köln. Sie studierte Medienkunst an der Kunsthochschule für Medien Köln und Fine Arts am Sandberg Institut, Amsterdam. Von analoger Fotografie über das digitale Bild bis zum Bewegtbild fließen Sound, Performance und Installation in ihre Arbeiten ein. Ausgezeichnet u. a. mit dem Karl-Schmidt-Rottluff-Stipendium u. dem Förderpreis des Landes NRW. Mit dem Medienkünstler Peter Simon realisiert sie Klang-Performances, audio-visuelle Formate und Projekte kultureller Bildung.Bio-Text

boasblogs sind eine Reihe themenbezogener Blogs, die aktuelle Fragestellungen aus den anthropologischen Wissenschaften aufgreifen, diese in einem breiten Kreis von Autor:innen kontrovers diskutieren und gleichzeitig die öffentliche Rolle und gesellschaftliche Relevanz anthropologischen Wissens hinterfragen. Als Teil der öffentlichen Anthropologie zielen die blogs darauf ab, wissenschaftliche Erkenntnisse einer breiteren Bevölkerung zugänglich zu machen, um einen kritisch-konstruktiven Beitrag zu aktuellen gesellschaftlichen Debatten zu leisten und gesellschaftliche Beziehungen auf verschiedenen politischen, sozialen und alltäglichen Ebenen mitzugestalten.
Der boasblog »DCNtR« steht für »Decolonizing Collections – Networking towards Relationality«. Ziel ist es, koloniale Wissensformen und vorherrschende epistemische Praktiken zu hinterfragen, um sie aufzulösen. https://boasblogs.org/dcntr/
 
„Wir wollen die Trennung zwischen Zentrum und Peripherie aufbrechen, indem wir eine Plattform für vielfältige Stimmen unterschiedlicher Herkunft schaffen, selbstverständliche Annahmen in Museen relativieren und neue Zielgruppen ansprechen. Wir laden indigene Akteure, lokale Experten, postkoloniale Aktivisten, Künstler, Museumsfachleute und Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen und Regionen ein, Beiträge zu leisten.“

Anna Brus ist Kunsthistorikerin an der Universität zu Köln und war Gastprofessorin an der FU Berlin und der Stanford University. In ihrer Forschung und kuratorischen Arbeit beschäftigt sie sich mit Kunst in kolonialen Kontaktzonen, den Klassifikationssystemen der Moderne, Fragen von Kulturerbe und Erinnerung und erprobt Möglichkeiten internationaler Kooperation. Nach ihrer Promotion zur Sammlung von Julius Lips leitete sie ein Projekt zur Provenienz kolonialer Sammlungen in Kunstmuseen und und fragt nach den Resonanzen ihrer Geschichte(n) in den Herkunftsgesellschaften. Sie ist Chefredakteurin des boasblogs DCNtr – https://boasblogs.org/dcntr/ und Mitglied des Global South Studies Center (GSSC) der Universität zu Köln.

Das Global South Studies Center (GSSC) der Universität zu Köln ist ein interdisziplinäres Forschungszentrum, das die Key Profile Area „Global South Studies“ koordiniert.
Ziel ist es, wissenschaftliche Perspektiven auf den Globalen Süden zu stärken und die komplexen Zusammenhänge globaler Ungleichheiten, kultureller Dynamiken und gesellschaftlicher Transformationen innerhalb verschiedener thematischer Schwerpunkte zu erforschen.
Das Zentrum fördert den Austausch zwischen Disziplinen, Forschenden und Partnerinstitutionen weltweit – mit einem besonderen Fokus auf Kooperationen im Globalen Süden. Durch gemeinsame Forschungsprojekte, Lehrinitiativen und Veranstaltungen trägt das GSSC dazu bei, neue Formen des Wissens zu entwickeln und globale Dialoge aktiv mitzugestalten.Bio-Text


Das Förderprogramm Medienkunstfonds fördert neue kooperative Prozesse in der Medienkunst & digitalen Kultur. Es unterstützt die Zusammenarbeit zwischen Akteurinnen und Akteuren aus verschiedenen Bereichen von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft in Nordrhein-Westfalen.

Mode of Access

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Mode of Access

Stiftung Künstlerdorf Schöppingen | kaethe:k Kunsthaus

Medienkunstfonds 2026Förderung

„Modes of Access“ (Zugangsformen) legen fest, wer Zugang zu Ressourcen – Daten, Räumen, Systemen – erhält. In der Informatik ist dies eine technische Frage. In Gesellschaft und Kultur ist es eine politische Frage: Wer hat Zugang? Unter welchen Bedingungen? Wer legt die Regeln für die Teilhabe fest? Und wie kann der digitale Raum diese Barrieren abbauen und den Ausgeschlossenen Zugang verschaffen?
 
In diesem Kooperationsprojekt bieten das Künstler*dorf Schöppingen und das kaethe:k Kunsthaus vier digitale Residenzen an. Das Programm findet vollständig digital statt, so dass das Arbeiten vom eigenen Standort aus möglich ist. 
 
Während des Projektes setzen sich die Medienkünstler*innen Ana María García Jácome (Mexiko), Aynaz Norouzi Baranghar (Iran), Gaurav Singh Nijjer (Indien) und Nóra Réka Juhász (Ungarn) mit Zugang als politischer und künstlerischer Methodik auseinander und untersuchen, wie digitale Räume Partizipation vervielfachen statt vereinheitlichen können.
 
Im Sinne der „Disability Justice“ (Gerechtigkeit für Menschen mit Behinderung) betrachten wir Barrierefreiheit nicht als rechtliche Verpflichtung, sondern als gemeinsame Verantwortung, und Behinderung nicht als individuelles Defizit, sondern als Folge von Systemen, die bestimmte Körper, Zeitkonzepte und Lebensweisen als Norm festlegen. Darüber hinaus sehen wir Residenzen als Zeit zum Arbeiten, aber auch zum Ausruhen und zum Knüpfen von Kontakten.
 
In digitalen Residenzen werden diese Ausgrenzungen nicht automatisch beseitigt; sie bestehen in anderer Form fort: in Plattformarchitekturen, bei denen Barrierefreiheit erst nachträglich hinzugefügt wird, anstatt von Beginn an integriert zu sein, und in Arbeitsstrukturen, die Produktivität anhand eines einzigen Rhythmus messen.
 
„Crip Time“ (Pausenzeit) beschreibt die Erfahrung, dass Zeit für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen anders verläuft – geprägt von wechselnden Rhythmen, Ermüdungsphasen und sich wandelnden Bedürfnissen. Im Rahmen von „Modes of Access“ verstehen wir die Programmstruktur als ein Labor, um diese Zeitlichkeit strukturell zu erkennen, und fördern gegenseitige Abhängigkeit durch flexible Formate und Teilnahmemöglichkeiten. Dahinter steht die Überzeugung, dass der Zugang zur Kultur nicht standardisiert, sondern vielfältig gestaltet werden muss.


Das Künstler*dorf Schöppingen bietet Künstler*innen, Komponist*innen, Schriftsteller*innen und anderen Kulturschaffenden einen Raum für konzentriertes Arbeiten, Austausch und gezielte Vernetzung. Seit 2024 lädt es in Zusammenarbeit mit dem kaethe:k Kunsthaus Künstler*innen mit Behinderungen zu Präsenzresidenzen ein. Die Digital Residencies sind ein neues, ab 2026 stattfindendes jährliches Format, das Künstler*innen unterstützen soll, die digitale Räume als primären Arbeitsraum nutzen.

www.kuenstlerdorf.de


Das kaethe:k Kunsthaus verbindet künstlerische Exzellenz mit struktureller Inklusion. Mit Sitz in Pulheim-Brauweiler bietet es Künstler*innen mit Behinderungen ein professionelles Atelierumfeld und fördert ihre Karrieren durch eine Künstleragentur, ein Bildungsprogramm und ein umfangreiches Netzwerk. Durch Veranstaltungen, Projekte und Kooperationen setzt sich das kaethe:k dafür ein, die Sichtbarkeit und institutionelle Präsenz von Kulturschaffenden mit Behinderungen im Kunstbereich zu stärken.

www.kaethek.de


Das Förderprogramm Medienkunstfonds fördert neue kooperative Prozesse in der Medienkunst & digitalen Kultur. Es unterstützt die Zusammenarbeit zwischen Akteurinnen und Akteuren aus verschiedenen Bereichen von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft in Nordrhein-Westfalen.

Es fehlt mir was

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Es fehlt mir was

Stiftung IMAI – Inter Media Art Institute |  Filmmuseum Düsseldorf

Medienkunstfonds 2026Förderung

“Es fehlt mir etwas”, sagt das Liebespaar in Raskin’s Videoarbeit Du hast kein Herz von 1991, bevor es die Dynamik ihrer Beziehung in allen Facetten ergründet. So sieht es auch das Künstler*innenduo Cyanlila und nähert sich der historischen Videoarbeit spielerisch mit einer künstlerischen Audiodeskription. Neben Raskin werden auch Videos von Ulrike Rosenbach, Maria Vedder und Bettina Gruber sowie Dieter Kiessling aus dem Archiv des IMAI – Inter Media Art Institute mit experimentellen Audiodeskriptionen versehen. Irgendwo zwischen Hörspiel und Klanglandschaft erforscht Cyanlila die Videokunstgeschichte aus einer queerfeministischen Perspektive und taucht ab in eine Welt mit sprudelnden Schneebesen und schwimmenden Hähnen. Was fehlt, wird hörbar. 

Cyanlila besteht aus Lilian Korner (Blinde Kunstwissenschaftler*in und Dramaturg*in) und Conny Walter (sehende Hörspielmacherin und Lektorin).

Für die Veranstaltung im Black Box Kino im Filmmuseum Düsseldorf am Sonntag, den 29. November um 16 Uhr wird um Anmeldung gebeten unter info@stiftung-imai.de oder 0211 – 54 23 09 94. Teilt gerne bei Anmeldung mit, wie wir Euren unterstützt werden kann.


Das IMAI – Inter Media Art Institute wurde 2006 in Düsseldorf gegründet, um audiovisuelle Kunst zu bewahren, zu erforschen und zugänglich zu machen. Mit über 3.000 Arbeiten dokumentiert das IMAI-Archiv vielfältige Positionen und Entwicklungen der internationalen Videokunst von den 1960er-Jahren bis in die Gegenwart. Neben Archivierung und Forschung widmet sich das IMAI der Vermittlung und Distribution zeitbasierter Medienkunst in Ausstellungen, Publikationen und Kooperationen.

Mehr Infos zum IMAI – Inter Media Art Institute hier.


Das Förderprogramm Medienkunstfonds fördert neue kooperative Prozesse in der Medienkunst & digitalen Kultur. Es unterstützt die Zusammenarbeit zwischen Akteurinnen und Akteuren aus verschiedenen Bereichen von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft in Nordrhein-Westfalen.

Friendly Makeover Club

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Friendly Makeover Club

Videonale E.v. | FrankAflux Gbr | SANFTE ARBEIT | Ale Bachlechner

Medienkunstfonds 2026Förderung

Denkst du, dass Fremde sich manchmal besser helfen könnten als Menschen, die schon in einer Beziehung zueinanderstehen? Bist du mit deinem Alltag, den To-Dos für irgendwann und deinen schlechten Angewohnheiten überfordert, weißt aber genau, was bei anderen zu tun wäre, damit sie die beste Version ihrer selbst werden? Wünschst du dir heimlich, jemand würde dein Leben in die Hand nehmen, zumindest vorübergehend, zumindest in einem Teilbereich? Wünschst du dir ein Makeover?

Makeover lässt sich schwer übersetzen, je nach Kontext heißt es Umstyling, Runderneuerung oder Überarbeitung. Makeover Fernseh-Shows wie “Queer Eye” (Netflix) transformieren Wohnungen, Kleiderschränke und ganze Leben durch die Intervention von Expert:innen, die renovieren, shoppen, Haare schneiden, kochen und dabei immer auch persönliche Coaches sind. 

Der ‚Friendly Makeover Club‘ lädt im Kontext der 21. Ausgabe der Videonale ein, gemeinsam einen künstlerischen Blick auf das Reality-TV-Format des Makeovers zu werfen, den entsprechenden Sehnsüchten und Versorgungslücken in unseren eigenen Leben und möglichen Alternativen zur Selbstoptimierung. Das Kölner Tanzensemble SANFTE ARBEIT in Zusammenarbeit mit der Videokünstlerin Ale Bachlechner veranstaltet von September bis November 2026 sechs Treffen, in denen wir gemeinsam, performativ, in Text und Bewegung über Erfahrungen und Möglichkeiten gegenseitiger Fürsorge nachdenken. Diese Treffen können gleichzeitig als Ausgangspunkt für selbstorganisierte Zusammenschlüsse von Teilnehmenden dienen, um sich zu helfen, Hilfe zu empfangen oder sich erfolgreich gegen Veränderungen zu wehren. Im November finden Dreharbeiten zu einer neuen Videoarbeit statt, in die die Reflexionen des Friendly Makeover Clubs einfließen sollen. Die Teilnehmenden des Friendly Makeover Clubs können an dieser Videoarbeit in unterschiedlicher Form beteiligt sein, es besteht dazu keine Erwartung oder Verpflichtung. Das Projekt und erste Ergebnisse der Videoarbeit werden zum Jahresende in einer Veranstaltung der VIDEONALE.21 in Bad Godesberg vorgestellt.

Mehr Informationen findet ihr hier.


Der Videonale e.V. (Vereinigung zur Förderung kultureller Bildung im audiovisuellen Bereich) widmet sich der Präsentation, Vermittlung und Verbreitung zeitgenössischer Videokunst und zeitbasierter Kunstformen sowie der Pflege und Erforschung ihres historischen Erbes.
Eine der wichtigsten Aufgaben des Vereins ist die Ausrichtung eines internationalen Festivals für Video- und zeitbasierte Kunst. Seit ihrer Gründung im Jahr 1984 findet die VIDEONALE – Festival Video und zeitbasierte Kunstformen alle zwei Jahre statt und hat sich mit ihrem ambitionierten Programm aus Ausstellung und Festivalprogramm zu einem der wichtigsten Festivals für diesen Bereich in Deutschland und Europa entwickelt.

Weitere Informationen findet ihr hier.

frankaflux ist ein Studio für Videoproduktion, Livestreaming und hybride Veranstaltungen. Die gesamte Produktion stammt aus einer Hand – von der konzeptionellen Beratung und Planung bis zur technischen Umsetzung und Postproduktion. Ein starkes inhaltliches Interesse treibt uns an: Wir möchten verstehen und zeigen, was ihr macht, entwickelt und erfindet, möchten Momente weitertragen und vergrößern, Zugänge legen und verschalten. Wir bilden Erzählungen aus dem, was passiert, entwerfen Plots und entfalten sie im Geschehen. Zu unseren Projekten zählen u.a. Livestreams, Imagefilme und filmische Künstlerportraits sowie interaktive Online-Talks und -Konferenzen.

Elsa Artmann ist Tänzer*in, Choreograf*in und Künstlerische Leitung des Ensembles SANFTE ARBEIT. SANFTE ARBEIT arbeiten ausgehend von Tanz an interdisziplinären Formaten, die neben Choreografien auch Hörspiel und Buchpublikation einschließen und sich in letzter Zeit in Richtung zeitgenössisches Musical entwickeln. Methodischer Schwerpunkt liegt auf Formen geteilter Autor*innenschaft und kollaborativen Strukturen, Themenstellungen betreffen Fragen gesellschaftlichen Miteinanders, die eng an eigene Alltagserfahrungen angebunden sind – seit 2022 geht es in verschiedenen Formaten um (Gefühls-, Sorge- und Beziehungs-)Arbeit im Kulturkapitalismus. Elsa Artmann hat ein Diplom und einen Meisterschüler*innenabschluss in Malerei von der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig sowie einen BA Tanz vom Zentrum für Zeitgenössischen Tanz Köln. Sie unterrichtet künstlerische Praxis an der Universität zu Köln und szenisches Schreiben an der Kunstuniversität Graz.

Weitere Informationen findet ihr hier.

Ale Bachlechner ist eine Performance- und Videokünstlerin, die in Köln und Wien lebt und arbeitet. Ihre Arbeit beschäftigt sich mit Kommunikation und Affekten, Formen von Beziehungen sowie den Fallstricken des Neoliberalismus. Zentrale Aspekte sind die Auseinandersetzung mit Theorie, Literatur, Text und Sprache sowie mit Körperlichkeit, Geschlecht und Performance für die Kamera. Ihre Arbeiten reichen von Solos und Einkanal-Videos über Projekte mit Teams aus mehreren Performer:innen, Künstler:innen, Musiker:innen und Techniker:innen bis hin zu Mehrkanal-Videoinstallationen und Videoserien. Ihre performativen Mittel lassen sich mit dem Begriff Drag beschreiben. Dabei geht es nicht um ein auf Crossdressing im Sinne eines „anderen Geschlechts“ innerhalb einer angenommenen binären Geschlechterordnung beschränktes Verständnis, sondern um die umfassendere Idee einer offenen Performance von Nicht-Identität. Sie setzt sich intensiv mit gesellschaftlichen Normen und Formen der Repräsentation auseinander und strebt insbesondere eine Queering von Weiblichkeit an. Sie entwickelt Personas, Figuren und Alter Egos und nutzt diese als Mittel, um ausgehend vom Persönlichen bis hin zu Fragen gegenwärtiger gesellschaftlicher Krisen zu erkunden, „was sie beschäftigt“, und eine Perspektive oder einen Umgang damit zu finden. Sie studierte Vergleichende Literaturwissenschaft in Innsbruck und Medienkunst an der Kunsthochschule für Medien Köln. Zu ihren Arbeiten zählen unter anderem die temporäre Datingagentur „Twelve Roses“ (2013) in Beirut, Libanon, das partizipative Performance-Coaching-Institut „This Is Not A Competition“ (2016), die Online-TV-Serie „Studio Hallo“ (2018), die Solo-Performance „Men and me“ (2019) sowie eine langfristige Zusammenarbeit mit den Tänzer:innen und Choreograf:innen Artmann&Duvoisin.

Weitere Informationen findet ihr hier.


Das Förderprogramm Medienkunstfonds fördert neue kooperative Prozesse in der Medienkunst & digitalen Kultur. Es unterstützt die Zusammenarbeit zwischen Akteurinnen und Akteuren aus verschiedenen Bereichen von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft in Nordrhein-Westfalen.

New Aesthetic

New Aesthetik 2026

New Aesthetic

Kurzfilmfreunde Köln e.V. | Kollektiv ohne Zukunft (K.o.Z.)

Medienkunstfonds 2026Förderung

NEW AESTHETIC ist ein Satellit im Programm des KFFK/Kurzfilmfestival Köln. Die Sektion befasst sich mit den Verbindungen von Kurzfilm, Medienkunst und Gaming. In Zusammenarbeit mit dem Kollektiv ohne Zukunft entsteht ein Raum, in dem unterschiedliche Formen des Erzählens, der Interaktion und der Auseinandersetzung aufeinandertreffen.
 
In NEW AESTHETIC spüren wir den Veränderungen nach, die das Digitale in 
unserer Kultur und Gesellschaft bewirkt. Die Sektion versammelt dabei sowohl künstlerische Ansätze, die durch digitale Technologien möglich geworden sind oder diese reflektieren, als auch spekulative Ansätze und Arbeiten, die Netzphänomene und ‑kulturen thematisieren. 
 

Die Sektion ist in drei Teile gegliedert:
 
TEIL 1: KURZFILMPROGRAMME & LIVE-DEMO
Am Festivalsamstag richtet sich die Sektion mit zwei kuratierten Kurzfilmprogrammen und einer Live-Demo an ein breites Publikum. 
 
In den Programmen werden aktuelle internationale Arbeiten gezeigt, die sich mit neuen Entwicklungen des Filmemachens beschäftigen und unser Leben in der digitalen Welt reflektieren. Gespräche mit den Filmschaffenden öffnen den Dialog und laden dazu ein, gemeinsam mit dem Publikum tiefer in die Themen einzutauchen.
 
Ergänzt wird das Kurzfilmprogramm durch eine Live-Demo vom Kollektiv ohne Zukunft: Performativ wird eine neue Arbeit produziert, in der die Potenziale digitaler Technologien subversiv und emanzipatorisch betrachtet und eingesetzt werden. Mittels Ansätzen aus Desktop-Videos, KI und Game Engines, In-Game-Sequenzen und Musik werden aktuelle sozio-politische Zustände hinterfragt und Internet-Subkulturen im eingeführten Format des “Samplecore” analysiert.
Diese Live-Produktion stützt sich auf zeitgenössische politische Diskurse, nimmt den Internet- und Social-Media-Trend „Hopecore“ zum Thema und bedient sich zugleich der Ästhetik und Tradition von Let’s Plays und Desktop Documentaries, um den Rahmen „traditioneller“ Filme zu erweitern. 
 
Dabei gestaltet das Kollektiv ohne Zukunft einen offenen Raum für spielerische Auseinandersetzung und gemeinsames Erkunden. Klassische Gesprächsformate werden aufgebrochen, um neue Perspektiven auf digitale Technologien und ihre Möglichkeiten für das bewegte Bild zu eröffnen. Gemeinsam mit dem Publikum entstehen Impulse, die zum Neudenken kultureller Ausdrucksformen anregen.
 
TEIL 2: WORKSHOP FÜR FACHPUBLIKUM
Der Festival Sonntag richtet sich an ein Fachpublikum. In einem Workshop, geleitet vom Kollektiv ohne Zukunft, begegnen sich internationale Künstlerinnen und lokale Akteurinnen aus NRW. Es geht um konkrete Tools und gestalterische Strategien: 
 
Im Workshop werden transformative Potenziale für Filme untersucht, die bisher auf einer eher „traditionellen“ Arbeitsweise basierten. Zusammen mit den Teilnehmer:innen werden unterschiedliche mögliche Ansätze diskutiert, wie durch Interaktion, räumliche Erweiterung oder neue Formen der Veranschaulichung eine vertiefte künstlerische Auseinandersetzung entstehen kann.
Dabei werden neue Formate erprobt und diskutiert, die über den Screen hinausgehen: installative Umsetzungen, mögliche spielerische Transformationen, interaktive Ansätze, räumliche und mediale Erweiterungen sowie neue Präsentationsformate.
Ergänzend können auch individuell verschiedene Tools erprobt werden, mit denen das Kollektiv ohne Zukunft bereits Erfahrung gesammelt hat, darunter KI, Game Engines, AR und 3D-Scanning. Diese können je nach Interesse und Projekt der Teilnehmer:innen gezielt eingesetzt und auf ihre künstlerischen Potenziale hin untersucht werden. 
 
TEIL 3: VR-EXPERIENCES
Zusätzlich läuft während des gesamten Festivals ein VR-Wettbewerb, der narrative und interaktive VR-Arbeiten zeigt. Sie sind während der gesamten Festivalzeit für Besucher*innen kostenfrei zugänglich. 
 
NEW AESTHETIC findet im Rahmen des KFFK/Kurzfilmfestival Kölns statt.

KFFK/Kurzfilmfestival Köln N°20
23. – 29. November 2026

Mehr Infos zum Kurzfilmfestival Köln hier.



Die Kurzfilmfreunde Köln e.V. blicken auf eine zwanzigj.hrige Erfahrung in der Organisation von Kurzfilm Veranstaltungen. Im Kern der Unternehmungen steht das KFFK/Kurzfilmfestival Köln, welches im November 2026 zum zwanzigsten Mal stattfindet. Das KFFK bringt dabei klassische Kurzfilmformate mit innovativen Formaten zusammen. Im Kern stehen dabei alle Spielarten des künstlerischen Kurzfilms. Durch Veranstaltungen wie Shorts on Wheels, einer Kombination von Fahrradtour und .ffentlichen Kurzfilmscreenings, sowie vielen kostenfreien Veranstaltungen und auch barrierearmen Programmen arbeitet das KFFK daran, niedrigschwellige Angebote zu schaffen.

Mehr Infos zum Kurzfilmfreunde Köln e.V. hier.


Die medienkünstlerische Formierung Kollektiv ohne Zukunft (K.o.Z.) hat sich 2024 in Köln
gebildet. Im Zentrum ihrer Arbeit steht das Kreieren von Erfahrungsr.umen, die virtuelle und
nicht-virtuelle Welten zusammenführen. Dabei steht K.o.Z. g.ngigen Konzepten von Gegenwart und m.glichen Zukünften kritisch gegenüber und will über das Ausbilden von Gemeinschaften zu neuen Entwürfen des Zusammenlebens finden. Mitglieder: Nieves de la Fuente, Thilo Seifert, Thomas Spies, Janka Vazquez, Dmitry Zakharov.

Die Instagram-Seite des Kollektiv ohne Zukunft findet ihr hier.


Das Förderprogramm Allgemeine Projektförderung Medienkunst unterstützt Projekte und Ausstellungsvorhaben im Kontext der Medienkunst, die künstlerische Positionen der Medienkunst erforschen, präsentieren, thematisieren und zielgruppenspezifisch vermitteln möchten. Ein wichtiges Ziel ist die Erforschung, der Erhalt und die Präsentation des Medienkunstbestandes in Nordrhein-Westfalen.

Die Projektförderung Medienkunst ist ein Förderprogramm des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

SONA: Diving in the Dark

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SONA: Diving in the Dark

SONA Gbr | THeater an der Ruhr | UN-Lable E.V. | KÖLNER BLINDEN- und Sehbindertenverein

Medienkunstfonds 2026Förderung

Mit SONA – Diving in the Dark entsteht ein Audio-VR-Tauchspiel für Smartphones, das komplett ohne Bildschirm auskommt: Gespielt wird in absoluter Dunkelheit, mit Kopfhörern, Headtracking und dem ganzen Körper. Sensorische Kopfhörer registrieren Blickrichtung und Kopfbewegungen, die Orientierung erfolgt allein über 3D-Audio und virtuelles Sonar. Wer den Kopf nach vorne schiebt, gibt seinem virtuellen Körper einen Gleit-Impuls – so wird aus einer Kopfbewegung ein Tauchgang.

Das Spiel versetzt Spieler:innen in eine fiktive Zukunft nach einer großen Flut, die das Rheinland überflutet hat. Über dem versunkenen Köln treiben sie in völliger Dunkelheit und tauchen ab, um verschollene Stimmen der Vergangenheit zu bergen. Begleitet werden sie dabei von einer Möwe – halb Tier, halb KI –, die durch das Spiel führt und mit den wiederbelebten Stimmen in Kontakt tritt. So entfaltet sich nach und nach ein archäologisches Abenteuer inmitten des Klimawandels, in dem die Spieler:innen den Figuren helfen, eine apokalyptische Welle zu stoppen.
Geschichten, Charaktere, Stimmen und Klänge des Spiels entstehen in Co-Creation mit mehr als 30 blinden und sehbehinderten Spielgestalter:innen. In Worldbuilding-Workshops werden gemeinsam Rollenspiele entwickelt: Ereignisse finden ihren Platz auf einem Zeitstrahl, werden in gespielten Szenen weiterentwickelt und mit haptischen Objekten greifbar gemacht. Die entstandenen Charakterstimmen werden anschließend im Tonstudio aufgenommen und fließen direkt ins Spiel ein. 

SONA – Diving in the Dark tourt dieses Jahr über die deutschen Festivals und Messen. Nach ICMC Hamburg und Munich Beyond ist SONA vom 26. – 30. August auf der Gamescom in Köln vertreten.

Mehr über das Projekt findet ihr auf der Webseite von SONA: https://www.sona-vr.com/


Mehr zum Theater an der Ruhr findet ihr hier.

Mehr Infos über Un-Label e.V. hier.

Mehr Inofs zum Kölner Blinden- und Sehbehindertenverein hier.


Thomas Meckel (Künstlerische Leitung)

Thomas ist Gründer und künstlerischer Leiter von SONA. Er entwickelt die Konzepte, gestaltet das Game Design und bringt das interdisziplinäre Team zusammen. Als Medienkünstler baut er Instrumente für transmediale Improvisation und organisiert kybernetische Jamsessions. Seine Kino-Performance »Solaris« wurde u. a. im Museum Ludwig Köln, am Ringlokschuppen Mülheim und an der Universidad Nacional de Colombia aufgeführt. Gemeinsam mit Tobias Thomas kuratiert er die Konzertreihe »Round« in der Kölner Philharmonie. Er studierte Mediale Künste an der KHM in Köln, Kulturwissenschaften in Lüneburg, Angewandte Theaterwissenschaften in Gießen und lebte als DAAD-Stipendiat in Bogotá.


Das Förderprogramm Medienkunstfonds fördert neue kooperative Prozesse in der Medienkunst & digitalen Kultur. Es unterstützt die Zusammenarbeit zwischen Akteurinnen und Akteuren aus verschiedenen Bereichen von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft in Nordrhein-Westfalen.

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