CLOSE ENCOUNTERS #8: Ani Schulze

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CLOSE ENCOUNTERS #8: Ani Schulze

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Die Webserie CLOSE ENCOUNTERS macht die große Bandbreite medienkünstlerischen Schaffens in NRW sichtbar. Seit vielen Jahren und Jahrzehnten sind in der Region herausragende Positionen in diesem Bereich angesiedelt, und es ist uns eine große Freude, einige dieser Künstler*innen zu treffen und sie in Videoportraits vorzustellen. So ergibt sich Schritt für Schritt ein Überblick über die medienkünstlerische Vielfalt, die für NRW prägend ist. In vorherigen Folgen durften wir bereits das Künstler*innenduo Jana Kerima Stolzer und Lex Rütten, Videokünstlerin und Fotografin Nico Joana Weber, Performancekünstlerin Vanja Smiljanić, Fotograf Axel Braun, Künstlerin Isabella Fürnkäs und das Kollektiv sputnic, Filmemacherin Silke Schönfeld und Medienkünstlerin Vesela Stanoeva treffen. Wir freuen uns nun, Ani Schulze in der neuen Folge CLOSE ENCOUNTERS vorstellen zu dürfen.

CLOSE ENCOUNTERS #8: Ani Schulze im Gespräch mit Haris Giannouras

Im Gespräch mit dem Kurator Haris Giannouras in ihrem Atelier im Kölnischen Kunstverein spricht Ani Schulze, die aktuelle Medienkunststipendiatin des Landes NRW, über ihre künstlerische Praxis, in der sie sich aus einem vielseitigen Spektrum verschiedener Zugänge wie etwa Malerei, Zeichnung, Video, Skulptur und Installation bedient. Das Zusammenspiel von Fakt und Fiktion, das in Ani Schulzes Arbeiten immer wieder Relevanz erfährt, lässt sie in hybriden Erzählungen spielerisch zur Geltung kommen. In ihren Werken präsentiert sie eine Mischwelt aus historischen Figuren und ihren Performer*innen, historischen Fakten und Anekdoten sowie realen und fiktiven Räumen. Ihre neueste filmische Arbeit The Convent of Pleasure geht auf die gleichnamige Komödie von Margaret Cavendish aus dem Jahr 1668 zurück. In dieser beschließt eine Gruppe von Frauen, nicht zu heiraten und eine Gemeinschaft ohne Männer – das titelgebende Kloster – zu gründen. In Ani Schulzes Videoarbeit verschwimmen reale Bilder der Seine-Metropole, animierte Bilder und Zwischenwelten zu einer puppenhaften Inszenierung.

Übrigens: Diese Arbeit, die im Gespräch mit Haris Giannouras für die achte Folge der Medienkünstler*innen-Portraits CLOSE ENCOUNTERS im Mittelpunkt steht, war ab dem 21. Oktober 2023 im Rahmen einer Ausstellung in der Moltkerei Werkstatt, Köln, zu sehen.

Ani Schulze arbeitet mit Malerei, Video, Skulptur und Installationen. Zu den jüngsten Einzelausstellungen gehören „Snake Charming“ in der Galerie Lehmann + Silva (Porto 2023); „Lovers & Hunters“, Kunstverein Siegen (DE, 2021); „Hang in there, baby“, A Certain Lack of Coherence, Porto (PT, 2021); „Flint House Lizard“, Basis, Frankfurt (DE, 2019); „Flint House Lizard“, I: Project Space, Beijing (CN, 2019) und „7 Follies“, Artothek, Köln (DE, 2019). Ihre Arbeiten waren in einer Reihe von internationalen Gruppenausstellungen, Vorträgen und Screenings zu sehen, u.a. in der Hamburger Kunsthalle; Fundacion Botin, Santander; Kunsthalle Schirn, Frankfurt und Extra City Kunsthalle, Antwerpen. Sie erhielt Stipendien, Preise und Residenzaufenthalte u.a. vom Goethe-Institut China, Cité Internationale des Arts in Paris, Kunstgiesserei/ Sitterwerk St. Gallen und der HBK Braunschweig.
Mehr Infos zu Ani

Haris Giannouras arbeitet eng mit Künstler*innen zusammen und übernimmt dabei die Rolle des Autors, Kurators, Produzenten und Lehrers. Derzeit promoviert er am Institut für Kunstgeschichte an der Universität zu Köln mit dem Forschungsprojekt „Malerei und die 1990er: Zitate und Ausleihen neu berücksichtigen“. Zu den bisherigen Kooperationen gehören (Auswahl): Andrea Büttner, Beth Collar, Jamie Crewe, Maria Lassnig Estate, Stefano Faoro, Olivier Foulon, Beatrice Gibson, Oliver Husain, Onyeka Igwe, Eleanor Weber Ivory, Hiwa K, Ellen Yeon Kim, Lin & Lam, Ghislaine Leung, Rita McBride, Cana Bilir-Meier, Karī Mugo, Phung-Tien Phan, Fiona Banner aka The Vanity Press, Marc Siegel, Monika Stricker, Studio for Propositional Cinema, Megan Francis Sullivan, Mark van Yetter.

CLOSE ENCOUNTERS #7: Vesela Stanoeva

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CLOSE ENCOUNTERS #7: Vesela Stanoeva

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Die Webserie CLOSE ENCOUNTERS macht die große Bandbreite medienkünstlerischen Schaffens in NRW sichtbar. Seit vielen Jahren und Jahrzehnten sind in der Region herausragende Positionen in diesem Bereich angesiedelt, und es ist uns eine große Freude, einige dieser Künstler*innen zu treffen und sie in Videoportraits vorzustellen. So ergibt sich Schritt für Schritt ein Überblick über die medienkünstlerische Vielfalt, die für NRW prägend ist. In vorherigen Folgen durften wir bereits das Künstler*innenduo Jana Kerima Stolzer und Lex Rütten, Videokünstlerin und Fotografin Nico Joana Weber, Performancekünstlerin Vanja Smiljanić, Fotograf Axel Braun, Künstlerin Isabella Fürnkäs und das Kollektiv sputnic sowie Filmemacherin Silke Schönfeld treffen. Im Frühjahr dieses Jahres empfing uns die Medienkünstlerin und Kuratorin Vesela Stanoeva in der von ihr kuratierten Ausstellung Neun Sonnen im Dortmunder U.


CLOSE ENCOUNTERS #7: Vesela Stanoeva im Gespräch mit Esra Canpalat

Immersiv, installativ, kollaborativ und multisensorisch: Die breitgefächerte Arbeit von Medienkünstlerin, Szenografin und Kuratorin Vesela Stanoeva lässt sich am besten vor Ort erleben. Umso mehr haben wir uns gefreut, sie und Autorin Esra Canpalat im Januar in der Ausstellung Neun Sonnen – Erzählungen utopischer, digitaler Welten auf der Fläche der uzwei im Dortmunder U zu treffen. Die Ausstellung zeigte 11 künstlerische Positionen, eingeflochten in eine multisensorische Inszenierung. Ziel war es, neue Wege der Beziehung zu unserer Umwelt zu erforschen und die Kluft zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Akteur*innen zu überbrücken. Dabei präsentierte sich die Ausstellung als immersiver Raum, in dem Besucher*innen neue Zukunftsvorstellungen entwickeln und mit den Werken in Kommunikation treten konnten. In der neuen Folge CLOSE ENCOUNTERS erfahrt Ihr von Vesela mehr über die Ausstellung und ihre anderen Projekte im Bereich der Medienkunst. Außerdem erfahren wir, was es mit dem Titel „Neun Sonnen“ und der pinken, brezelförmigen Sitzlandschaft auf sich hat.

Vesela Stanoeva ist digitale Künstlerin, Szenografin und Kuratorin. Sie kreiert spekulative Welten in immersiven Installationen und Performances unter der Verwendung von bewegtem Bild, CGI, Gaming Software, Installation sowie virtueller und erweiterter Realität. Mit ihren Kunstwerken greift Stanoeva die ungewisse Zukunft des Post-Anthropozäns auf. Vesela war 2020/21 Fellow an der Akademie für Theater und Digitalität in Dortmund, 2021 co-kuratierte sie daraufhin die immersive und interaktive Ausstellung Willkommen im Paradies im NRW-Forum Düsseldorf. Ihre Arbeiten hat Vesela in zahlreichen Museen präsentiert, u.a. im Lichtkunstmuseum Unna und im NRW Forum Düsseldorf. Darüber hinaus waren ihre Werke auf verschiedenen Festivals zu sehen, darunter das VRHAM!, das Next-Level Festival for Games sowie das NEW NOW Festival for Digital Arts. Gemeinsam mit Elisabeth Drache hat sie das Künstlerinnen-Kollektiv Die Ruhrgebieterinnen gegründet.
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Esra Canpalat ist Autorin und Literaturwissenschaftlerin aus dem Ruhrgebiet. Sie schreibt Erzählungen, Essays, Rezensionen, wissenschaftliche und kulturvermittlende Texte. Themenschwerpunkte sind u.a. Inter- und Transkulturalität, Antirassismus, Gender und Feminismus. Esra ist Förderpreisträgerin des Literaturpreises Ruhr 2021 und belegte den 3. Platz im Literaturwettbewerb „60 Jahre Migration aus der Türkei – Neue Hoffnungen“. Derzeit arbeitet sie an einem Roman über (post)migrantische Erinnerung und intergenerationelle Traumata.
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CLOSE ENCOUNTERS #6: Silke Schönfeld

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CLOSE ENCOUNTERS #6: Silke Schönfeld

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Die Webserie CLOSE ENCOUNTERS macht die große Bandbreite medienkünstlerischen Schaffens in NRW sichtbar. Seit vielen Jahren und Jahrzehnten sind in der Region herausragende Positionen in diesem Bereich angesiedelt, und es ist uns eine große Freude, einige dieser Künstler*innen zu treffen und sie in Videoportraits vorzustellen. So ergibt sich Schritt für Schritt ein Überblick über die medienkünstlerische Vielfalt, die für NRW prägend ist. In vorherigen Folgen durften wir bereits das Künstler*innenduo Jana Kerima Stolzer und Lex Rütten, Videokünstlerin und Fotografin Nico Joana Weber, Performancekünstlerin Vanja Smiljanić, Fotograf Axel Braun, Künstlerin Isabella Fürnkäs und das Kollektiv sputnic treffen. Wir freuen uns nun, die Arbeiten der Dortmunder Künstlerin Silke Schönfeld vorstellen zu können.


CLOSE ENCOUNTERS #6: Silke Schönfeld im Gespräch mit Winnie Herbstein

Während eines Aufenthalts an der Rijksakademie Amsterdam haben sich die Künstlerinnen Silke Schönfeld und Winnie Herbstein kennengelernt. Nach knapp zwei Jahren sitzen sie für den Dreh der sechsten Folge CLOSE ENCOUNTERS zusammen in der Hafenkombüse, Dortmund, um sich über die Arbeiten und installativen Settings von Silke Schönfeld zu unterhalten. In ihrem filmischen Werk, das sich an der Grenze zum Dokumentarischen bewegt, untersucht die Dortmunder Filmemacherin u.a. kulturelle Traditionen und Bräuche, die „vor der Haustür“ stattfinden. Seien es die „historischen Mönchszüge“, für die sich Vereinsmitglieder noch heute im sächsischen Oybin treffen, oder die Maibräuche am Niederrhein, die aus einer symbolischen „Versteigerung“ aller ledigen Frauen des Dorfes bestehen. Die Beziehungen, die dabei zu den Protagonist*innen entstehen, und die sich daraus ergebenden Fragen zur Verantwortung als Filmemacherin sind zentrale Themen im Gespräch der beiden.

Silke Schönfeld studierte an den Kunstakademien Münster und Düsseldorf freie Kunst. Von 2020-2022 war sie Residenzkünstlerin an der Rijksakademie van beeldende kunsten, Amsterdam. Ihre filmischen Inszenierungen sind politische Reflexionen, die häufig in unerwarteten räumlichen und zeitlichen Bezügen stattfinden. Schönfelds Filme und Videoinstallationen werden international in Ausstellungen und Filmfestivals gezeigt, u.a. bei den Kurzfilmtagen Oberhausen (2020/2022), im Folkwang Museum, Essen (2016), im Hartware MedienKunstVerein, Dortmund (2020) in der Kunsthalle Düsseldorf (2017).
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Winnie Herbststein ist eine Künstlerin und Filmemacherin. Ihre Arbeit konzentriert sich auf historische und zeitgenössische Formen des Organisierens in Bezug auf die gebaute Umwelt und die Besetzung von Raum.
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Mitschnitt Revisited: Ein Abend zur Geschichte der experimentellen elektronischen Musik in der Region

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Mitschnitt Revisited: Ein Abend zur Geschichte der experimentellen elektronischen Musik in der Region

Künstlerhaus Dortmund
Samstag, 19. November 2022 | 19:00 Uhr
Konzerte, Paneldiskussion & Releaseparty
Mit: Scheinleistung, zo-on slows (aka. Echo Ho) und Damian T. Dziwis

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Zusammen mit mex e.V. sowie dem Künstler*innenduo Freya Hattenberger und Peter Simon lädt das Büro medienwerk.nrw am Samstag, den 19. November 2022, um 19 Uhr ins Künstlerhaus Dortmund zum Release des neuen Rechercheprojekts Revisited: Generatoren und Generationen. Experimente – Musik – Elektronik in NRW ein.

Mit Live-Acts von Künstler*innen wie Scheinleistung (VA) (hans w. koch & Britta Fehrmann), zo-on slows (aka. Echo Ho) und Damian T. Dziwis sowie Gesprächsbeiträgen von Gäst*innen wie u.a. DJ, Klangkünstlerin und Producerin Waltraud Blischke und Komponist und Performer hans w. koch wollen wir uns zusammen auf eine klangliche Reise in die experimentelle elektronische Musik aus NRW begeben und uns der besonderen Geschichte dieses künstlerischen Bereichs widmen.

Mit Konzert-Beiträgen von:
Echo Ho ist eine Klangkünstlerin und Performerin. Ihre künstlerische Praxis geht über Klang, Musik und Performance hinaus, indem sie konsequent verschiedene Medienformen, Materialien und Genres an den Schnittstellen von Kunst, Philosophie, Kultur und Technologie zusammenführt.

Damian T. Dziwis ist ein Düsseldorfer Komponist und Wissenschaftler, der multimediale Werke unter Verwendung audiovisueller generativer Algorithmen, maschinellen Lernens und Live Coding schafft.

Das Duo Scheinleistung (VA) wurde 2016 von Britta Fehrmann und hans w. koch gegründet mit dem Ziel, eine klangliche Interpretation der Scheinleistung zu finden.

Waltraud Blischke ist Dozentin für Akustische Forschung, Musik und Text sowie Narration und Medienästhetik. Sie schrieb für Magazine wie u.a. Spex, Stadtrevue und Meakusma Magazin. Auch als DJ und Klangkünstlerin ist sie in verschiedene Projekte involviert.

Revisited: Generatoren und Generationen. Experimente – Musik – Elektronik in NRW

Den Rahmen der Veranstaltung bildet der Release des neuen Audio-Features/Podcasts aus der Reihe Revisited in der zweimal im Jahr besonders wirkmächtige Ereignisse und Entwicklungen der Medienkunst und digitalen Kultur in NRW beleuchtet werden. Revisited: Generatoren und Generationen. Experimente – Musik – Elektronik in NRW ist die dritte Ausgabe dieser Recherchen, in der die Zuhörer*innen diesmal in die klangliche Seite der medialen Künste eintauchen können. Ausgehend von der Gründung des Studios für elektronische Musik des WDR in Köln zeichnen Freya Hattenberger und Peter Simon Wege nach, die Musiker*innen und Künstler*innen im Bereich der experimentellen Musik in der Region verfolgt haben, und lassen viele der Akteur*innen von damals und heute zu Wort kommen. Als das Kölner Tonstudio 1951 ins Leben gerufen wurde, war es weltweit das erste seiner Art und konnte somit namhafte Musiker*innen wie z.B. Györgi Ligeti, Henry Pousseuer, Gottfried Michael Koenig ins Rheinland locken, die künstlerisch die technischen Möglichkeiten vor Ort erforschten und bedeutende avantgardistische Kompositionen erschufen. Seitdem hat sich vieles verändert. Statt eines aus heutiger Sicht beinahe barock anmutenden Studios mit schrankgroßer Technik genügen heute oftmals ein Laptop und handliche Instrumente, mit denen auch Zuhause flexibel produziert und online veröffentlicht werden kann.

Die Fragen danach, wie sich die experimentelle elektronische Musik in der Region in den Folgejahren bis heute entwickelt hat und inwiefern neue Technologien und Produktionsweisen künstlerische Prozesse verändert haben, stehen in der neuen Folge von Revisited und beim Abend im Künstlerhaus Dortmund im Mittelpunkt. Den roten Faden bildet hierbei die Technikgeschichte selbst, insbesondere die Sprünge von analogen zu digitalen Werkzeugen, Aufzeichnungs-, Wiedergabe- und Distributionsmedien, sowie die hieraus resultierenden Klangästhetiken und aktuell dringliche (kultur-)politische Fragestellungen zu Repräsentanz und Sichtbarkeit, Underground, Institutionalisierung und Anerkennung.

mex e.V. ist ein gemeinnütziger Verein für experimentelle und intermediale Musikprojekte. Seit 1992 haben hier mehr als 700 Musiker*innen und Medienkünstler*innen ihre Werke präsentiert. In einem spartenübergreifenden Programm kombiniert mex Konzerte mit Performances, Video, Multimedia und Tanz.
Mehr Infos zum mex e.V.

Mitschnitt des Gesprächs: Geert Lovink im Gespräch mit Annekathrin Kohout

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Mitschnitt des Gesprächs: Geert Lovink im Gespräch mit Annekathrin Kohout

FFT Düsseldorf – Forum Freies Theater
FR, 16. DEZEMBER 2022, 18:30 Uhr

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Der Medientheoretiker und Netzkritiker Geert Lovink beobachtet seit Jahren mit wachsender Sorge die Entwicklungen in der digitalen Welt. Er warnte schon früh vor dem Plattformkapitalismus und forderte uns auf, unsere Facebook-Profile zu löschen. Seine Analysen zeigen, wie Interaktion in sozialen Medien eine spezielle Art von Traurigkeit hervorbringen kann. Trotzdem hat er den Glauben an ein besseres Netz noch nicht verloren. Gerade ist sein neues Buch „In der Plattformfalle – Plädoyer zur Rückeroberung des Internets“ (transcript, 2022) auf Deutsch erschienen. Darin fordert er uns auf, „eigene Versionen des Technosozialen“ zu entwickeln. Im Gespräch mit der Medienwissenschaftlerin Annekathrin Kohout („Nerds. Eine Popkulturgeschichte“, „Netzfeminismus. Digitale Bildkulturen“) präsentierte Geert Lovink erstmals die deutsche Übersetzung des Buches.


Zu den Gästen

Geert Lovink ist Medientheoretiker, Internetkritiker und Autor u.a. von „Dark Fiber“ (2002), „Zero Comments“ (2007), „Im Bann der Plattformen“ (2017) und „Digitaler Nihilismus. Thesen zur dunklen Seite der Plattformen“ (2019). Lovink ist Gründungsdirektor des medientheoretischen Institute of Network Cultures (INC) mit Sitz an der Hogeschool van Amsterdam, das sich seit 2004 der Kultur in virtuellen Netzwerken als soziales Phänomen widmet. Seit 2021 ist Lovink zudem Professor für Kunst und Netzwerkkulturen an der Universität Amsterdam.
Geert Lovink im Collective Chronicle of Thoughts and Observations, 2017
Mehr Infos zum Institute of Network Cultures (INC)

Annekathrin Kohout ist Medienwissenschaftlerin und Mitherausgeberin der Buchreihe „Digitale Bildkulturen“ sowie der Zeitschrift POP. Kultur und Kritik und Mitglied des Editorial Boards des internationalen Journal of Global Pop Cultures. Ihr Buch „Nerds. Eine Popkulturgeschichte“ erschien 2022 bei C.H. Beck. Als Gastdozentin unterrichtet sie derzeit am Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur an der Universität Hildesheim.
Mehr Infos zu POP. Kultur und Kritik
Mehr Infos zum Journal of Global Pop Cultures

CLOSE ENCOUNTERS #5: sputnic

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CLOSE ENCOUNTERS #5: sputnic

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Die Webserie CLOSE ENCOUNTERS macht die große Bandbreite medienkünstlerischen Schaffens in NRW sichtbar. Seit vielen Jahren und Jahrzehnten sind in der Region herausragende Positionen in diesem Bereich angesiedelt, und es ist uns eine große Freude, einige dieser Künstler*innen zu treffen und sie in Videoportraits vorzustellen. So ergibt sich Schritt für Schritt ein Überblick über die medienkünstlerische Vielfalt, die für NRW prägend ist. In vorherigen Folgen durften wir bereits das Künstler*innenduo Jana Kerima Stolzer und Lex Rütten, Videokünstlerin und Fotografin Nico Joana Weber, Performancekünstlerin Vanja Smiljanić, Fotograf Axel Braun und Künstlerin Isabella Fürnkäs treffen. Wir freuen uns sehr, nun ein Kollektiv aus Krefeld vorstellen zu dürfen, das ein besonderes Genre der darstellenden Künste exploriert.


CLOSE ENCOUNTERS #5: sputnic

Für die neue Folge CLOSE ENCOUNTERS sind wir über die Dächer von Krefeld gestiegen, in die wunderschöne Werkstatt von sputnic. Das Kollektiv, gegründet 2004 und bestehend aus den Medienkünstlern und Designern Malte Jehmlich, Nicolai Krahwinkel und Nils Voges, hat sich das Genre des Live Animation Cinema zu eigen gemacht und zahlreiche Inszenierungen wie IOTA.KI oder Die Möglichkeit einer Insel entwickelt. In den Arbeiten von sputnic werden analoge und digitale Technologien genutzt und szenografisch wie performativ eingesetzt, um vor den Augen des Publikums neue Bildwelten und Narrative zu erschaffen. Statt die dafür notwendigen Requisiten und Technik hinter der Bühne zu verbergen, werden die technischen Prozesse dabei in den Vordergrund gestellt und offen gelegt. Um mehr zu erfahren, hat sich Klaas Werner (Büro medienwerk.nrw) mit Nils und Malte über ihre futuristisch geprägten Erzählungen, Installationen und den kreativen Einsatz von künstlicher Intelligenz unterhalten.

sputnic sind die drei Medienkünstler und Designer Malte Jehmlich, Nicolai Krahwinkel und Nils Voges, die als Kollektiv mit der Entwicklung von Medien- und Bühnenräumen neue szenografische Inszenierungen und Installationen entwickeln. Dabei experimentieren sie Crossover-Projekte, die analoge, digitale und mediale Mittel miteinander verknüpfen, um Narrationen und Bildwelten auf der Bühne zu erschaffen. Mit der Inszenierung Die Möglichkeit einer Insel kreierte das Kollektiv 2015 ein neues Genre im Theater- und Filmbereich: Live Animation Cinema. Die Produktion IOTA.KI wurde als „beste Produktion 2019“ bei dem HART AM WIND Festival in Kiel ausgezeichnet und ins offizielle Programm der Ruhrfestspiele 2020 aufgenommen. Sputnics Arbeiten waren bereits im Kaiser Wilhelm Museum Krefeld, auf dem European Media Art Festival Osnabrück und im Leopold Museum Wien zu sehen. Die New York Times berichtete 2010 über die interaktive Game-Installation Racer 0.2. 2011 erhielt sputnic für die Inszenierung der Reihe Stadt ohne Geld den Kritikerpreis der Stadt Dortmund.
Mehr Infos zu sputnic

Revisited: VIDEONALE.1 X Perspektive #2

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Revisited: VIDEONALE.1 X Perspektive #2

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Die mehrteilige Themenstrecke Revisited des Büro medienwerk.nrw lädt erneut dazu ein, sich mit Audio-Beiträgen, Kurzfilmen und Texten in ein Ereignis aus der Geschichte der Medienkunst hineinzubegeben. Diesen Sommer widmet sich die Reihe der ersten Ausgabe der Videonale, die 1984 in Bonn stattfand und den Grundstein für das wegweisende Festival legte. In einem Audio-Feature und Essay wurden die Geschichte der Videonale sowie Herausforderungen und Ansprüche an Kunstfestivals aus heutiger Sicht betrachtet.

Revisited: VIDEONALE.1 X Perspektive #2

Als dritter Teil der Strecke hat das Büro medienwerk.nrw gemeinsam mit dem Videonale e.V. den Kurator Giorgi Spanderashvili eingeladen, Werke aus dem Online Videoarchiv der Videonale in einen neuen Kontext zu setzen. Diese Werkauswahl erscheint in Kooperation mit der neuen Videonale-Reihe Perspektiven. Aus über 140 Videos und motiviert durch die aktuelle politische Lage ist dadurch ein Programm mit einem von Giorgi persönlich gewählten Schwerpunkt entstanden.

Mit Arbeiten von Mahdi Fleifel, Beate Geissler & Oliver Sann, Zanny Begg & Oliver Ressler, Julie Kuzminska, Salome Jashi und Mariam Natroshvili & Detu Jincharadze.




Perspektive #2
Konflikthafte Landschaften oder Den Boden unter den Füßen verlieren
von Giorgi Spanderashvili

Bei der Arbeit mit Archiven bieten sich unendlich viele Interpretationsmöglichkeiten, da der Forschungsprozess oftmals von zeitgeschichtlichen Umständen oder den eigenen emotionalen Zuständen beeinflusst wird. Als ich in das Online-Archiv der Videonale eingetaucht bin, habe ich zunächst nach einem thematischen Leitfaden gesucht, um mich der schier unübersichtlichen Fülle von Positionen und Bedeutungen der auf der Plattform abgespeicherten Arbeiten zu nähern. Dabei habe ich mich abwechselnd mit Themen wie Technik, Umwelt, Identität oder der Suche nach Formen des Bewegtbildes beschäftigt. Doch vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine fiel es mir schwer, an andere Themen als Konflikte und Gewalt zu denken. Das 3. Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts wurde mit der durch die Pandemie verursachten globalen Gesundheitskrise, der Zunahme totalitärer Tendenzen, dem massiven Krieg in Osteuropa und zunehmenden wirtschaftlichen Ungleichheiten eingeläutet. Lösungsperspektiven oder Visionen für eine bessere Zukunft sind Mangelware, und die Frage „Was bringt uns die Zukunft?“ bleibt weitestgehend unbeantwortet.

Kriege, Konflikte und politische Unterdrückung führen zu einer Spirale nie endender Gewalt, die sich in persönlichen Tragödien, Zwangsvertreibungen, der Zerstörung der Lebensgrundlagen und anderen Traumata niederschlägt. Konfliktgebiete sind wie Wunden auf der Erde, die immer wieder aufbrechen, wenn sie nicht behandelt werden. Oft überwiegt die Tendenz, Rechtfertigungen zu finden und die tatsächlichen Ereignisse zu vergessen oder sie mit alternativen Erzählungen zu verschleiern.

Doch obgleich die kollektive Erinnerung sich von der Realität zu entfremden scheint, so lassen Schmerz und Trauma keinesfalls nach, sondern führen vielmehr ein gespenstisches Nachleben. Archive können bei ihrer Aufarbeitung eine wichtige Rolle spielen, weil sie das Potenzial besitzen, Erinnerungen aufzurufen und Wege zur dringend benötigten Linderung aufzuzeigen.

Meine Auswahl aus dem Online-Archiv der Videonale umfasst folgende Beiträge zu den oben genannten Themen: 3 Logical Exists von Mahdi Fleifel, der den Alltag eines Mannes in einem palästinensischen Flüchtlingslager im Libanon dokumentiert; fuck the war von Beate Geissler und Oliver Sann, eine beeindruckende Arbeit, die meine eigenen Kindheitserinnerungen an die frühen 1990er Jahren wachruft, als Georgien von Kriegen heimgesucht wurde und Kriegsspiele bei uns Kindern besonders beliebt waren; Anumbumin von Zanny Begg und Oliver Ressler, ein emotional aufrührendes Werk, das die kaum bekannte politische und wirtschaftliche Unterdrückung der Bürger der Insel Nauru beschreibt; und Chaos von Julie Kuzminska, ein abstrakter Erzählfluss aus Bildern und Tönen, der meine Auswahl ausdrucksstark widerspiegelt.

Ergänzend verweise ich im Zusammenhang mit der Playlist aus dem Archiv der Videonale auf zwei Arbeiten georgischer Künstler*innen, um einen Dialog zu ermöglichen und weitere Perspektiven im Kontext des gegebenen Themenspektrums zu eröffnen: Speechless (2009) von Salome Jashi und Lost & Found – Spell to Return a Lost One (2020) von Mariam Natroshvili und Detu Jincharadze.

Giorgi Spanderashvili ist ein in Georgien ansässiger Kurator, Kunstmanager und Kulturschaffender. Seit 2010 ist er in den Bereichen der zeitgenössischen und darstellenden Kunst tätig. Er ist Mitbegründer und Co-Kurator des georgischen Videokunstarchivs und der unabhängigen Plattform für neue Medienkunst In-between Conditions. In diesem Jahr hat er den georgischen Pavillion auf der 59. Internationalen Ausstellung in Venedig – Biennale Arte 2022 – kuratiert.

CLOSE ENCOUNTERS #4: ISABELLA FÜRNKÄS

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CLOSE ENCOUNTERS #4: ISABELLA FÜRNKÄS

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In einer brandneuen Folge CLOSE ENCOUNTERS durften wir die Künstlerin Isabella Fürnkäs in ihrem Elternhaus in Köln treffen. Isabellas Werk besteht zu gleichen Teilen aus Videos, Multimedia-Installationen, Performances und Zeichnungen. Ihre Arbeiten wurden u.a. im Folkwang Museum, in der Kunsthalle Wien, im Sprengel Museum, auf der 13. Biennale für zeitgenössische Kunst Dakar sowie im Projektraum der Julia Stoschek Collection in Düsseldorf ausgestellt.

Beim Spaziergang mit der Journalistin Beate Scheder bespricht sie wiederkehrende Motive in ihren künstlerischen Arbeiten. Gemeinsam erforschen sie u.a. die Bedeutung von Objekten wie dem Go-Spiel oder dem Bett als Sinnbild des privaten Raums und entwickeln davon ausgehend Fragen zu Intimität, zwischenmenschlichen Beziehungen und zum Einfluss moderner Kommunikationstechnologien.

Isabella Fürnkäs ist eine deutsch-französische Künstlerin, die mit einer Vielzahl an Medien arbeitet. Ihre Arbeiten wurden im Folkwang Museum, in der Kunsthalle Wien, im Sprengel Museum, im Museum Abteiberg, auf der 13. Biennale für zeitgenössische Kunst Dakar und im Projektraum der Julia Stoschek Collection in Düsseldorf ausgestellt. Ihre Performances waren zuletzt im Salon Acme in Mexico City, im Kölnischen Kunstverein, auf der Manifesta 11, der Akademie der Künste der Welt und im Pogobar KW Institute for Contemporary Art Berlin zu sehen.
Mehr Infos zu Isabella Fürnkäs

Aufzeichnung des Gesprächs: „Was das Valley denken nennt – und wie davon erzählt wird“

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Aufzeichnung des Gesprächs: „Was das Valley denken nennt – und wie davon erzählt wird“

HMKV im Dortmunder U | Kino, EG und online
MI, 15. Juni 2022, 19 – 21 Uhr

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Mit Dr. Inke Arns, Prof. Dr. Adrian Daub und Jonas Lüscher
Moderation: Dr. Iuditha Balint und Fabian Saavedra-Lara


Gemeinsam mit den Kooperationspartnern, dem Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt und dem HMKV Hartware MedienKunstVerein, lud das Büro medienwerk.nrw am 15. Juni 2022 um 19 Uhr herzlich zur Gesprächsrunde Was das Valley Denken nennt – und wie davon erzählt wird mit dem Literaturwissenschaftler und Publizisten Prof. Dr. Adrian Daub, dem Schriftsteller Jonas Lüscher sowie der Kuratorin und Direktorin des HMKV Dr. Inke Arns ein. Veranstaltungsort ist das Kino im Dortmunder U.

Anlässlich der Ausstellung des HMKV House of Mirrors: Künstliche Intelligenz als Phantasma wurden bei der Gesprächsveranstaltung im Dortmunder U einige Gedanken aus den Texten Adrian Daubs und Jonas Lüschers mit den Ideen und ausgewählten Werken aus der Ausstellung in einen Dialog gebracht. Allen drei Beteiligten ist das Anliegen gemein, sich kritisch und differenziert mit der Ideengeschichte des Silicon Valley und den Erzählungen über digitale Technologien, die von den dort residierenden Unternehmen hervorgebracht werden, auseinanderzusetzen. In der Diskussion wurden einige dieser Mythen, die aktuell zum Beispiel um das Schlagwort der „künstlichen Intelligenz“ kreisen, benannt und dekonstruiert. 

Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Iuditha Balint (Fritz-Hüser-Institut) und Fabian Saavedra-Lara (Büro medienwerk.nrw).


Zu den Gästen
Der in Köln geborene Germanist und Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Adrian Daub ist Professor für vergleichende Literaturwissenschaften an der Stanford University, Kalifornien, und leitet das dortige Clayman Institute for Gender Research. Er schreibt u.a. über Themen wie früher Feminismus, kulturelles Gedächtnis und deutsche Populär- und Musikkultur des 19. Jahrhunderts. Sein Buch „Was das Valley denken nennt. Über die Ideologie der Techbranche“ (Suhrkamp, 2020) erzählt vom Silicon Valley – einer Region, die in den letzten 70 Jahren zum mächtigsten IT- und High-Tech-Standort weltweit aufgestiegen ist. In seinem Buch hinterfragt Daub, der mit Stanford seinen beruflichen Mittelpunkt in nächster Nähe zum Valley eingerichtet hat, dessen Selbstinszenierung, indem er die Rhetorik von Unternehmer*innen wie Peter Thiel oder Mark Zuckerberg untersucht und die Ideologie der Branche historisch kontextualisiert.

Jonas Lüscher ist ein schweizerisch-deutscher Schriftsteller und Essayist. Nach seinem Studium der Philosophie forschte er intensiv zur Bedeutung von Erzählungen für die Beschreibung sozialer Komplexität und hatte in diesem Kontext ein Stipendium des Schweizer Nationalfonds für einen Forschungsaufenthalt in Stanford. In seiner Novelle „Frühling der Barbaren“ (C.H. Beck, 2013) geht es um die Bedeutung von Narrationen in gesellschaftlichen Zusammenhängen – in diesem Buch kommen die Theorien Richard Rortys narrativ zum Tragen. Über die Mentalität und Rhetorik des Silicon Valley erzählt sein Roman „Kraft“ (C.H. Beck, 2017). Als sozial und politisch engagierter Essayist veröffentlicht Jonas Lüscher zu verschiedenen Themenkomplexen wie Ökonomie oder Populismus.

Dr. Inke Arns ist Direktorin des HMKV Hartware MedienKunstVerein in Dortmund. Seit 1993 freie Kuratorin und Autorin mit den Schwerpunkten Medienkunst und -theorie, Netzkulturen, Osteuropa. Nach einem Aufenthalt in Paris (1982-1986) Studium der Slawistik, Osteuropastudien, Politikwissenschaften und Kunstgeschichte in Berlin und Amsterdam (1988-1996 M.A.), 2004 Promotion an der HU Berlin. Sie kuratiert(e) viele Ausstellungen – u.a. am bauhaus dessau, MG+MSUM Ljubljana, Gallery EXIT Pejë, KW Berlin, Museum of Contemporary Art Belgrad, CCA Glasgow, CCA Ujazdowski Castle Warschau, HMKV Dortmund, HKW Berlin, Muzeum Sztuki Lodz, La Gaîté Lyrique Paris, MMOMA Moskau, BOZAR Brüssel, NCCA Jekaterinburg, exportdrvo Rijeka, a.o.. Darüber hinaus ist sie Autorin sowie Herausgeberin zahlreicher Beiträge zur Medienkunst und Netzkultur. Von 2021-2022 übernahm sie die Gastprofessur für kuratorische Praxis an der Kunstakademie Münster. 2022 war sie Kuratorin des Pavilions der Republik Kosovo (Künstler: Jakup Ferri) auf der 59. Internationalen Kunstausstellung, La Biennale di Venezia.



Eine Kooperation vom Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt, dem HMKV Hartware MedienKunstVerein und dem Büro medienwerk.nrw.

Das Veranstaltungsprogramm wurde gefördert durch NEUSTART KULTUR und Stiftung Kunstfonds.

Fotos: Adrian Daub: © Cynthia Newberry | Jonas Lüscher: © Ulrike Arnold/Jonas Lüscher | Inke Arns: © Frank Vinken

CLOSE ENCOUNTERS #3: AXEL BRAUN

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CLOSE ENCOUNTERS #3: AXEL BRAUN

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Die Webserie CLOSE ENCOUNTERS macht die große Bandbreite medienkünstlerischen Schaffens in NRW sichtbar. Seit vielen Jahren und Jahrzehnten sind in der Region herausragende Positionen in diesem Bereich angesiedelt, und es ist uns eine große Freude, ab diesem Jahr einige dieser Künstler*innen zu treffen und sie in Videoportraits vorzustellen. So ergibt sich Schritt für Schritt ein Überblick über die medienkünstlerische Vielfalt, die für NRW prägend ist. Im Mai durften wir bereits das Künstler*innenduo Jana Kerima Stolzer und Lex Rütten zu einem besonderen Drehort in der Nähe des Hambacher Forsts begleiten. Im Sommer folgte eine Doppelfolge mit den Künstlerinnen Nico Joana Weber und Vanja Smiljanić. Wir freuen uns jetzt, mit dem Essener Künstler Axel Braun tiefer ins Gespräch zu kommen.

CLOSE ENCOUNTERS #3: Axel Braun

Der Klimawandel ist für die Frage, wie wir in Zukunft leben wollen, äußerst zentral. Umso mehr bewegt die Arbeit von Axel Braun, der in der dritten Folge von CLOSE ENCOUNTERS in einem Ateliergespräch mit Fabian Saavedra-Lara (Leitung Büro medienwerk.nrw) einige seiner Projekte mit Bezug zu ökologischen Fragestellungen vorstellt. Gemeinsam tauchen beide tiefer in die Arbeitspraxis des Künstlers ein, die sich mit den Langzeitfolgen des menschlichen Einflusses auf die Natur und ihren komplexen Ursachen beschäftigt. Dabei untersucht Axel Braun in Fallstudien beeindruckende Landschaften wie Gletscher oder Waldgebiete und große Infrastrukturprojekte. Er befragt Expert*innen auf diesem Gebiet und bringt seine Foto- und Videoproduktionen in einen Dialog mit Archivmaterialien und aktuellen Forschungsergebnissen. Auf diese Weise macht er die deutlichen Spuren des Anthropozäns in unterschiedlichen regionalen Kontexten sichtbar und ihre historischen, sozialen, wirtschaftlichen und politischen Verwebungen erfahrbar.

Axel Braun ist Künstler und Fotograf. Er hat an der Folkwang Universität der Künste und der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts de Paris studiert. Mit einer wachsenden Sammlung von Fallstudien versucht er, den Weg der Menschheit in ein von ihr bestimmtes Erdzeitalter exemplarisch nachzuvollziehen. Neben ökologischen Fragestellungen interessieren ihn insbesondere die politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Implikationen der damit verbundenen Prozesse. Die Ergebnisse seiner Arbeit präsentiert er in mixed-media Installationen, Künstlerbüchern und Lecture Performances.
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CLOSE ENCOUNTERS #2.1: NICO JOANA WEBER

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CLOSE ENCOUNTERS #2.1: NICO JOANA WEBER

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Die Webserie CLOSE ENCOUNTERS macht die große Bandbreite medienkünstlerischen Schaffens in NRW sichtbar. Seit vielen Jahren und Jahrzehnten sind in der Region herausragende Positionen in diesem Bereich angesiedelt, und es ist uns eine große Freude, ab diesem Jahr einige dieser Künstler*innen zu treffen und sie in Videoportraits vorzustellen. So ergibt sich Schritt für Schritt ein Überblick über die medienkünstlerische Vielfalt, die für NRW prägend ist. Im Mai durften wir bereits das Künstler*innenduo Jana Kerima Stolzer und Lex Rütten zu einem besonderen Drehort in der Nähe des Hambacher Forsts begleiten. Nun präsentiert das Büro medienwerk.nrw gleich zwei neue Folgen der Serie mit den Künstlerinnen Nico Joana Weber und Vanja Smiljanić. Mit den Kuratorinnen Kerstin Meincke und Nada Schroer sprechen die beiden Stipendiatinnen des Landes Nordrhein-Westfalen für Medienkunst (2018 und 2019) über ausgewählte Projekte der letzten Jahre und darüber, was ihre Arbeit bewegt.

Im Gespräch erinnern sich die Künstlerin Nico Joana Weber und Kuratorin und Wissenschaftlerin Kerstin Meincke an eine gemeinsame Forschungsreise nach Nigeria, während der die Künstlerin Spuren der Kolonialgeschichte in der Architektur untersuchte. Die Lesbarkeit solcher Strukturen und ihre transformative Bedeutung im urbanen Raum in Städten wie Paris, Lagos oder Ibadan ist eine wiederkehrende Thematik in den Werken von Nico Joana Weber. Im Gespräch kommt besonders ihre Arbeit Tropic Telecom zur Sprache, in der man an der Seite eines außergewöhnlichen Protagonisten einen Pariser Vorort an der Schwelle zwischen Dokumentation und Fiktion erkundet.

Nico Joana Weber arbeitet mit Video, Fotografie und multimedialen Rauminstallationen. Sie hat Fine Art and History of Art am Goldsmiths College in London studiert und 2013 ihr Postgraduiertenstudium an der Kunsthochschule für Medien in Köln abgeschlossen. In ihrer Arbeit verhandelt sie die ästhetischen und politischen Prägungen von Architektur und Landschaft in transkulturellen Kontexten.
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REVISITED: RESERVATE DER SEHNSUCHT #film

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REVISITED: RESERVATE DER SEHNSUCHT #film

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Ale Bachlechner, Just want you to be, 2021
HD Video, 15:52 min, Farbe, Ton

Regie, Kamera, Schnitt: Ale Bachlechner
Musik: Julian Prießen
Tonmischung: Jonathan Kastl
Künstlerische Assistenz: Olivia Platzer


In der Webserie Revisited begeben sich Akteur*innen der Medienkunst und digitalen Kultur aus NRW auf eine künstlerische Forschungsreise. Im Fokus steht in jeder Episode ein Ereignis oder eine Entwicklung aus der Geschichte der medialen Künste in der Region. Wechselnde Themen werden aus verschiedenen, gegenwärtigen Blickwinkeln heraus befragt. So werden vergangene Erfahrungen und das dort entstandene Wissen wieder zugänglich gemacht und neu vermittelt. Die Forschungsergebnisse stehen für sich und ergänzen sich gleichzeitig. Jede mehrteilige Themenstrecke lädt mit Audio-Beiträgen, Kurzfilmen und Texten dazu ein, sich hineinzubegeben in einen Moment der Medienkunst.

Im Fokus der ersten Episode steht die Ausstellung Reservate der Sehnsucht des HMKV Hartware MedienKunstVerein, die 1998 im Kellereihochhaus der ehemaligen Union-Brauerei in Dortmund stattgefunden hat. Nicht nur hat die Schau, in der 30 internationale künstlerische Positionen die beeindruckende, damalige Halbruine der ehemaligen Union-Brauerei (heute das Dortmunder U) bespielten, die medialen Künste noch stärker im Ruhrgebiet verankert. Auch im Bereich der Restrukturierung und Umnutzung der alten Industriebauten in der Region gilt die Ausstellung als wegweisend.

Nun geht die Themenstrecke über die Ausstellung in die zweite Runde. In ihrer filmischen Auseinandersetzung für Revisited untersucht die Performance- und Videokünstlerin Ale Bachlechner unterschiedliche Assoziationsfelder, die in ihrer Recherche zur Ausstellung in Katalogen und Interviews zum Vorschein gekommen sind. Sie verfolgt Verbindungen, wie ‚Angst-Sicherheit-Katastrophe‘ oder ‚Freizeit-Vergnügen-Konsum‘ und gibt ihnen mithilfe privaten Materials neue Ebenen.

In ihrem Artist Statement erklärt die Künstlerin die Vorgehensweise wie folgt: „Diese Schlagworte sind 2021 noch immer und aufs Neue relevant und sehr affektiv besetzt. Mir ist gleichzeitig auch aufgefallen, dass autobiografische oder autofiktionale Ansätze in der Ausstellung eher rar waren. Nur wenige Arbeiten nahmen die Künstler*innen selbst mit in den Fokus, die Aufmerksamkeit war stärker nach außen gerichtet. Das hat mich dazu gebracht, für Just want you to be das erste Mal mit meinen privaten Handyvideos zu arbeiten. In diesem idiosynkratischen Archiv meiner letzten drei Jahre fanden sich erstaunlich viele Parallelen, visuell und inhaltlich zu den Reservaten der Sehnsucht. Als roter Faden zieht sich der Begriff ‚happiness‘ durch die Arbeit, inspiriert von Sarah Ahmeds feministischer, antirassistischer und queerer Analyse ‚The promise of happiness‘, die das Glücksversprechen in seiner Funktionsweise des moralischen Imperativs und der gesellschaftlichen Normierung untersucht. Das grüne, oder grünere Gras, das 1998 eine ganze Etage des Dortmunder U zur Picknickwiese machte, ist auch für Just want you to be die Grundierung, auf der sich alles andere, z.B. die Familie, abspielt.“

Ale Bachlechner ist Performance- und Videokünstlerin und lebt in Köln. Sie hat Vergleichende Literaturwissenschaft in Innsbruck und an der Kunsthochschule für Medien in Köln studiert. Ihre Arbeiten umfassen die temporäre Dating Agency „Twelve Roses“ (2013) in Beirut, das Performance Coaching Institut „This Is Not A Competition“ (2016) und das online Fernsehformat „Studio Hallo“ (2018). Seit 2018 ist sie Mitglied des Jungen Kollegs der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste. Ihre Arbeiten sind im Archiv und Vertrieb der Stiftung imai und wurden auf Festivals, Symposien und in Ausstellungen präsentiert z.B.: Art Cologne, Videonale, Impulse, EMAF Osnabrück, Kasseler Dokfest und Internationale Kurzfilmtage Oberhausen. 
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CLOSE ENCOUNTERS #1: JANA KERIMA STOLZER UND LEX RÜTTEN

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CLOSE ENCOUNTERS #1: JANA KERIMA STOLZER UND LEX RÜTTEN

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Die neue Webserie CLOSE ENCOUNTERS macht die große Bandbreite medienkünstlerischen Schaffens in NRW sichtbar. Seit vielen Jahren und Jahrzehnten sind in der Region herausragende Positionen in diesem Bereich angesiedelt. CLOSE ENCOUNTERS zeigt anhand von persönlichen Videoportraits exemplarisch die Künstler*innen dahinter – mit ihren Praxen, Gedanken, Fragen und aktuellen Projekten. Viermal jährlich öffnet sich dieser dialogische Raum, in dem Künstler*innen an wechselnden Orten und mit unterschiedlichen Gesprächspartner*innen zu Wort kommen. Mosaikartig ergibt sich so ein Überblick über die medienkünstlerische Vielfalt, die für NRW prägend ist.

Im Frühjahr 2021 begleiten wir für die erste Folge von CLOSE ENCOUNTERS die beiden Künstler*innen Jana Kerima Stolzer und Lex Rütten zum Tagebau rund um den Hambacher Forst: eine Umgebung, die das Fundament der Arbeit Pawāaraibu–filling the vacuum darstellt. Kuratorin Marijke Lukowicz (Emscherkunstweg) hat mit dem Dortmunder Duo über ihr künstlerisches Schaffen gesprochen.

Lex Rütten und Jana Kerima Stolzer arbeiten seit vier Jahren als Künstler*innenduo zusammen. Ausgangspunkt ihrer multimedialen Installationen und Performances sind oftmals die Verflechtungen des Menschen mit seiner technologischen Umwelt und die daraus entstehenden Erzählungen und emotionalen Herausforderungen. In der Vergangenheit realisierte das Duo Projekte sowohl in der freien Theaterszene als auch in Ausstellungskontexten.
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