CLOSE ENCOUNTERS #5: sputnic

Vimeo Video
PlayPlay

CLOSE ENCOUNTERS #5: sputnic

PortraitVideo

Die Webserie CLOSE ENCOUNTERS macht die große Bandbreite medienkünstlerischen Schaffens in NRW sichtbar. Seit vielen Jahren und Jahrzehnten sind in der Region herausragende Positionen in diesem Bereich angesiedelt, und es ist uns eine große Freude, einige dieser Künstler*innen zu treffen und sie in Videoportraits vorzustellen. So ergibt sich Schritt für Schritt ein Überblick über die medienkünstlerische Vielfalt, die für NRW prägend ist. In vorherigen Folgen durften wir bereits das Künstler*innenduo Jana Kerima Stolzer und Lex Rütten, Videokünstlerin und Fotografin Nico Joana Weber, Performancekünstlerin Vanja Smiljanić, Fotograf Axel Braun und Künstlerin Isabella Fürnkäs treffen. Wir freuen uns sehr, nun ein Kollektiv aus Krefeld vorstellen zu dürfen, das ein besonderes Genre der darstellenden Künste exploriert.


CLOSE ENCOUNTERS #5: sputnic

Für die neue Folge CLOSE ENCOUNTERS sind wir über die Dächer von Krefeld gestiegen, in die wunderschöne Werkstatt von sputnic. Das Kollektiv, gegründet 2004 und bestehend aus den Medienkünstlern und Designern Malte Jehmlich, Nicolai Krahwinkel und Nils Voges, hat sich das Genre des Live Animation Cinema zu eigen gemacht und zahlreiche Inszenierungen wie „IOTA.KI“ oder „Die Möglichkeit einer Insel“ entwickelt. In den Arbeiten von sputnic werden analoge und digitale Technologien genutzt und szenografisch wie performativ eingesetzt, um vor den Augen des Publikums neue Bildwelten und Narrative zu erschaffen. Statt die dafür notwendigen Requisiten und Technik hinter der Bühne zu verbergen, werden die technischen Prozesse dabei in den Vordergrund gestellt und offen gelegt. Um mehr zu erfahren, hat sich Klaas Werner (Büro medienwerk.nrw) mit Nils und Malte über ihre futuristisch geprägten Erzählungen, Installationen und den kreativen Einsatz von künstlicher Intelligenz unterhalten.

sputnic sind die drei Medienkünstler und Designer Malte Jehmlich, Nicolai Krahwinkel und Nils Voges, die als Kollektiv mit der Entwicklung von Medien- und Bühnenräumen neue szenografische Inszenierungen und Installationen entwickeln. Dabei experimentieren sie Crossover-Projekte, die analoge, digitale und mediale Mittel miteinander verknüpfen, um Narrationen und Bildwelten auf der Bühne zu erschaffen. Mit der Inszenierung „Die Möglichkeit einer Insel“ kreierte das Kollektiv 2015 ein neues Genre im Theater- und Filmbereich: Live Animation Cinema. Die Produktion „IOTA.KI“ wurde als „beste Produktion 2019“ bei dem HART AM WIND Festival in Kiel ausgezeichnet und ins offizielle Programm der Ruhrfestspiele 2020 aufgenommen. Sputnics Arbeiten waren bereits im Kaiser Wilhelm Museum Krefeld, auf dem European Media Art Festival Osnabrück und im Leopold Museum Wien zu sehen. Die New York Times berichtete 2010 über die interaktive Game-Installation „Racer 0.2“. 2011 erhielt sputnic für die Inszenierung der Reihe „Stadt ohne Geld” den Kritikerpreis der Stadt Dortmund.

Mehr Infos zu sputnic auf sputnic.tv

Revisited: VIDEONALE.1 X Perspectives #2

V14_7
V14_1
V14_6
V14_5
V14_4
V14_2
V14_3
V14_8

Revisited: VIDEONALE.1 X Perspectives #2

MomenteVideo

Die mehrteilige Themenstrecke Revisited des Büro medienwerk.nrw lädt erneut dazu ein, sich mit Audio-Beiträgen, Kurzfilmen und Texten in ein Ereignis aus der Geschichte der Medienkunst hineinzubegeben. Diesen Sommer widmet sich die Reihe der ersten Ausgabe der Videonale, die 1984 in Bonn stattfand und den Grundstein für das wegweisende Festival legte. In einem Audio-Feature und Essay wurden die Geschichte der Videonale sowie Herausforderungen und Ansprüche an Kunstfestivals aus heutiger Sicht betrachtet.

Revisited: VIDEONALE.1 X Perspectives #2
Als dritter Teil der Strecke hat das Büro medienwerk.nrw gemeinsam mit dem Videonale e.V. den Kurator Giorgi Spanderashvili eingeladen, Werke aus dem Online Videoarchiv der Videonale in einen neuen Kontext zu setzen. Diese Werkauswahl erscheint in Kooperation mit der neuen Videonale-Reihe Perspektiven. Aus über 140 Videos und motiviert durch die aktuelle politische Lage ist dadurch ein Programm mit einem von Giorgi persönlich gewählten Schwerpunkt entstanden.

Perspektiven #2
Konflikthafte Landschaften oder Den Boden unter den Füßen verlieren
von Giorgi Spanderashvili

Bei der Arbeit mit Archiven bieten sich unendlich viele Interpretationsmöglichkeiten, da der Forschungsprozess oftmals von zeitgeschichtlichen Umständen oder den eigenen emotionalen Zuständen beeinflusst wird. Als ich in das Online-Archiv der Videonale eingetaucht bin, habe ich zunächst nach einem thematischen Leitfaden gesucht, um mich der schier unübersichtlichen Fülle von Positionen und Bedeutungen der auf der Plattform abgespeicherten Arbeiten zu nähern. Dabei habe ich mich abwechselnd mit Themen wie Technik, Umwelt, Identität oder der Suche nach Formen des Bewegtbildes beschäftigt. Doch vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine fiel es mir schwer, an andere Themen als Konflikte und Gewalt zu denken. Das 3. Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts wurde mit der durch die Pandemie verursachten globalen Gesundheitskrise, der Zunahme totalitärer Tendenzen, dem massiven Krieg in Osteuropa und zunehmenden wirtschaftlichen Ungleichheiten eingeläutet. Lösungsperspektiven oder Visionen für eine bessere Zukunft sind Mangelware, und die Frage „Was bringt uns die Zukunft?“ bleibt weitestgehend unbeantwortet.

Kriege, Konflikte und politische Unterdrückung führen zu einer Spirale nie endender Gewalt, die sich in persönlichen Tragödien, Zwangsvertreibungen, der Zerstörung der Lebensgrundlagen und anderen Traumata niederschlägt. Konfliktgebiete sind wie Wunden auf der Erde, die immer wieder aufbrechen, wenn sie nicht behandelt werden. Oft überwiegt die Tendenz, Rechtfertigungen zu finden und die tatsächlichen Ereignisse zu vergessen oder sie mit alternativen Erzählungen zu verschleiern.

Doch obgleich die kollektive Erinnerung sich von der Realität zu entfremden scheint, so lassen Schmerz und Trauma keinesfalls nach, sondern führen vielmehr ein gespenstisches Nachleben. Archive können bei ihrer Aufarbeitung eine wichtige Rolle spielen, weil sie das Potenzial besitzen, Erinnerungen aufzurufen und Wege zur dringend benötigten Linderung aufzuzeigen.

Meine Auswahl aus dem Online-Archiv der Videonale umfasst folgende Beiträge zu den oben genannten Themen: 3 Logical Exists von Mahdi Fleifel, der den Alltag eines Mannes in einem palästinensischen Flüchtlingslager im Libanon dokumentiert; fuck the war von Beate Geissler und Oliver Sann, eine beeindruckende Arbeit, die meine eigenen Kindheitserinnerungen an die frühen 1990er Jahren wachruft, als Georgien von Kriegen heimgesucht wurde und Kriegsspiele bei uns Kindern besonders beliebt waren; Anumbumin von Zanny Begg und Oliver Ressler, ein emotional aufrührendes Werk, das die kaum bekannte politische und wirtschaftliche Unterdrückung der Bürger der Insel Nauru beschreibt; und Chaos von Julie Kuzminska, ein abstrakter Erzählfluss aus Bildern und Tönen, der meine Auswahl ausdrucksstark widerspiegelt.

Ergänzend verweise ich im Zusammenhang mit der Playlist aus dem Archiv der Videonale auf zwei Arbeiten georgischer Künstler*innen, um einen Dialog zu ermöglichen und weitere Perspektiven im Kontext des gegebenen Themenspektrums zu eröffnen: Speechless (2009)  von Salome Jashi und Lost & Found – Spell to Return a Lost One (2020) von Mariam Natroshvili und Detu Jincharadze.

Mit Arbeiten von Mahdi Fleifel, Beate Geissler & Oliver Sann, Zanny Begg & Oliver Ressler, Julie Kuzminska, Salome Jashi und Mariam Natroshvili & Detu Jincharadze.

Giorgi Spanderashvili ist ein in Georgien ansässiger Kurator, Kunstmanager und Kulturschaffender. Seit 2010 ist er in den Bereichen der zeitgenössischen und darstellenden Kunst tätig. Er ist Mitbegründer und Co-Kurator des georgischen Videokunstarchivs und der unabhängigen Plattform für neue Medienkunst In-between Conditions. In diesem Jahr hat er den georgischen Pavillion auf der 59. Internationalen Ausstellung in Venedig – Biennale Arte 2022 – kuratiert.

CLOSE ENCOUNTERS #4: ISABELLA FÜRNKÄS

Vimeo Video
PlayPlay

CLOSE ENCOUNTERS #4: ISABELLA FÜRNKÄS

PortraitVideo

Die Webserie CLOSE ENCOUNTERS macht die große Bandbreite medienkünstlerischen Schaffens in NRW sichtbar. Seit vielen Jahren und Jahrzehnten sind in der Region herausragende Positionen in diesem Bereich angesiedelt, und es ist uns eine große Freude, einige dieser Künstler*innen zu treffen und sie in Videoportraits vorzustellen. So ergibt sich Schritt für Schritt ein Überblick über die medienkünstlerische Vielfalt, die für NRW prägend ist. In vorherigen Folgen durften wir bereits das Künstler*innenduo Jana Kerima Stolzer und Lex Rütten, Videokünstlerin und Fotografin Nico Joana Weber, Performancekünstlerin Vanja Smiljanić und Fotograf Axel Braun treffen.

Nun präsentiert das Büro medienwerk.nrw eine neue Folge CLOSE ENCOUNTERS mit Isabella Fürnkäs.

CLOSE ENCOUNTERS #4
In einer brandneuen Folge CLOSE ENCOUNTERS durften wir die Künstlerin Isabella Fürnkäs in ihrem Elternhaus in Köln treffen. Isabellas Werk besteht zu gleichen Teilen aus Videos, Multimedia-Installationen, Performances und Zeichnungen. Ihre Arbeiten wurden u.a. im Folkwang Museum, in der Kunsthalle Wien, im Sprengel Museum, auf der 13. Biennale für zeitgenössische Kunst Dakar sowie im Projektraum der Julia Stoschek Collection in Düsseldorf ausgestellt.

Beim Spaziergang mit der Journalistin Beate Scheder bespricht sie wiederkehrende Motive in ihren künstlerischen Arbeiten. Gemeinsam erforschen sie u.a. die Bedeutung von Objekten wie dem Go-Spiel oder dem Bett als Sinnbild des privaten Raums und entwickeln davon ausgehend Fragen zu Intimität, zwischenmenschlichen Beziehungen und zum Einfluss moderner Kommunikationstechnologien.

Isabella Fürnkäs ist eine deutsch-französische Künstlerin, die mit einer Vielzahl an Medien arbeitet. Ihre Arbeiten wurden im Folkwang Museum, in der Kunsthalle Wien, im Sprengel Museum, im Museum Abteiberg, auf der 13. Biennale für zeitgenössische Kunst Dakar und im Projektraum der Julia Stoschek Collection in Düsseldorf ausgestellt. Ihre Performances waren zuletzt im Salon Acme in Mexico City, im Kölnischen Kunstverein, auf der Manifesta 11, der Akademie der Künste der Welt und im Pogobar KW Institute for Contemporary Art Berlin zu sehen.

Mehr Infos zur Künstlerin auf isabellafuernkaes.com

Aufzeichnung des Gesprächs: „Was das Valley denken nennt – und wie davon erzählt wird“

Vimeo Video
PlayPlay

Aufzeichnung des Gesprächs: „Was das Valley denken nennt – und wie davon erzählt wird“

HMKV im Dortmunder U | Kino, EG und online
MI, 15. Juni 2022, 19 – 21 Uhr

DiskursVideo

Mit Dr. Inke Arns, Prof. Dr. Adrian Daub und Jonas Lüscher
Moderation: Dr. Iuditha Balint und Fabian Saavedra-Lara


Gemeinsam mit den Kooperationspartnern, dem Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt und dem HMKV Hartware MedienKunstVerein, lädt das Büro medienwerk.nrw am 15. Juni 2022 um 19 Uhr herzlich zur Gesprächsrunde Was das Valley Denken nennt – und wie davon erzählt wird mit dem Literaturwissenschaftler und Publizisten Prof. Dr. Adrian Daub, dem Schriftsteller Jonas Lüscher sowie der Kuratorin und Direktorin des HMKV Dr. Inke Arns ein. Veranstaltungsort ist das Kino im Dortmunder U.

Anlässlich der aktuellen Ausstellung des HMKV House of Mirrors: Künstliche Intelligenz als Phantasma werden bei derGesprächsveranstaltung im Dortmunder U einige Gedanken aus den Texten Adrian Daubs und Jonas Lüschers mit den Ideen und ausgewählten Werken aus der Ausstellung in einen Dialog gebracht. Allen drei Beteiligten gemeinsam ist das Anliegen, sich kritisch und differenziert mit der Ideengeschichte des Silicon Valley und den Erzählungen über digitale Technologien, die von den dort residierenden Unternehmen hervorgebracht werden, auseinanderzusetzen. In der Diskussion werden einige dieser Mythen, die aktuell zum Beispiel um das Schlagwort der „künstlichen Intelligenz“ kreisen, benannt und dekonstruiert. Moderiert wird die Veranstaltung von Dr. Iuditha Balint (Fritz-Hüser-Institut) und Fabian Saavedra-Lara (Büro medienwerk.nrw).

Zu den Gästen
Der in Köln geborene Germanist und Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Adrian Daub ist Professor für vergleichende Literaturwissenschaften an der Stanford University, Kalifornien, und leitet das dortige Clayman Institute for Gender Research. Er schreibt u.a. über Themen wie früher Feminismus, kulturelles Gedächtnis und deutsche Populär- und Musikkultur des 19. Jahrhunderts. Sein Buch „Was das Valley denken nennt. Über die Ideologie der Techbranche“ (Suhrkamp, 2020) erzählt vom Silicon Valley – einer Region, die in den letzten 70 Jahren zum mächtigsten IT- und High-Tech-Standort weltweit aufgestiegen ist. In seinem Buch hinterfragt Daub, der mit Stanford seinen beruflichen Mittelpunkt in nächster Nähe zum Valley etabliert hat, dessen Selbstinszenierung, indem er die Rhetorik von Unternehmer*innen wie Peter Thiel oder Mark Zuckerberg untersucht und die Ideologie der Branche historisch kontextualisiert.

Jonas Lüscher ist ein schweizerisch-deutscher Schriftsteller und Essayist. Nach seinem Studium der Philosophie forschte er intensiv zur Bedeutung von Erzählungen für die Beschreibung sozialer Komplexität und hatte in diesem Kontext ein Stipendium des Schweizer Nationalfonds für einen Forschungsaufenthalt in Stanford. In seiner Novelle „Frühling der Barbaren“ (C.H. Beck, 2013) geht es um die Bedeutung von Narrationen in gesellschaftlichen Zusammenhängen – in diesem Buch kommen die Theorien Richard Rortys narrativ zum Tragen. Über die Mentalität und Rhetorik des Silicon Valley erzählt sein Roman „Kraft“ (C.H. Beck, 2017). Als sozial und politisch engagierter Essayist veröffentlicht Jonas Lüscher zu verschiedenen Themenkomplexen wie Ökonomie oder Populismus.

Dr. Inke Arns ist Direktorin des HMKV Hartware MedienKunstVerein in Dortmund. Seit 1993 freie Kuratorin und Autorin mit den Schwerpunkten Medienkunst und -theorie, Netzkulturen, Osteuropa. Nach einem Aufenthalt in Paris (1982-1986) Studium der Slawistik, Osteuropastudien, Politikwissenschaften und Kunstgeschichte in Berlin und Amsterdam (1988-1996 M.A.), 2004 Promotion an der HU Berlin. Sie kuratiert(e) viele Ausstellungen – u.a. am bauhaus dessau, MG+MSUM Ljubljana, Gallery EXIT Pejë, KW Berlin, Museum of Contemporary Art Belgrad, CCA Glasgow, CCA Ujazdowski Castle Warschau, HMKV Dortmund, HKW Berlin, Muzeum Sztuki Lodz, La Gaîté Lyrique Paris, MMOMA Moskau, BOZAR Brüssel, NCCA Jekaterinburg, exportdrvo Rijeka, a.o. – und ist Autorin und und Herausgeberin zahlreicher Beiträge zur Medienkunst und Netzkultur. 2021-2022 Gastprofessur für kuratorische Praxis an der Kunstakademie Münster. 2022 Kuratorin des Pavilions der Republik Kosovo (Künstler: Jakup Ferri), 59th International Art Exhibition, La Biennale di Venezia.

Eine Kooperation vom Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt, dem HMKV Hartware MedienKunstVerein und dem Büro medienwerk.nrw.

Eintritt kostenfrei, Anmeldung nicht erforderlich. Einlass 18:30 Uhr

Das Veranstaltungsprogramm wird gefördert durch NEUSTART KULTUR und Stiftung Kunstfonds.

Fotos: Adrian Daub: © Cynthia Newberry | Jonas Lüscher: © Ulrike Arnold/Jonas Lüscher | Inke Arns: © Frank Vinken

CLOSE ENCOUNTERS #3: AXEL BRAUN

Vimeo Video
PlayPlay

CLOSE ENCOUNTERS #3: AXEL BRAUN

PortraitVideo

Die Webserie CLOSE ENCOUNTERS macht die große Bandbreite medienkünstlerischen Schaffens in NRW sichtbar. Seit vielen Jahren und Jahrzehnten sind in der Region herausragende Positionen in diesem Bereich angesiedelt, und es ist uns eine große Freude, ab diesem Jahr einige dieser Künstler*innen zu treffen und sie in Videoportraits vorzustellen. So ergibt sich Schritt für Schritt ein Überblick über die medienkünstlerische Vielfalt, die für NRW prägend ist. Im Mai durften wir bereits das Künstler*innenduo Jana Kerima Stolzer und Lex Rütten zu einem besonderen Drehort in der Nähe des Hambacher Forsts begleiten. Im Sommer folgte eine Doppelfolge mit den Künstlerinnen Nico Joana Weber und Vanja Smiljanić. Wir freuen uns jetzt, tiefer ins Gespräch zu kommen mit dem Essener Künstler Axel Braun.

CLOSE ENCOUNTERS #3 mit Axel Braun

Der Klimawandel ist für die Frage, wie wir in Zukunft leben wollen, äußerst zentral. Umso mehr bewegt die Arbeit von Axel Braun, der in der dritten Folge von CLOSE ENCOUNTERS in einem Ateliergespräch mit Fabian Saavedra-Lara (Leitung Büro medienwerk.nrw) einige seiner Projekte mit Bezug zu ökologischen Fragestellungen vorstellt. Gemeinsam tauchen beide tiefer in die Arbeitspraxis des Künstlers ein, die sich mit den Langzeitfolgen des menschlichen Einflusses auf die Natur und ihren komplexen Ursachen beschäftigt. Dabei untersucht Axel Braun in Fallstudien beeindruckende Landschaften wie Gletscher oder Waldgebiete und große Infrastrukturprojekte. Er befragt Expert*innen auf diesem Gebiet und bringt seine Foto- und Videoproduktionen in einen Dialog mit Archivmaterialien und aktuellen Forschungsergebnissen. Auf diese Weise macht er die deutlichen Spuren des Anthropozäns in unterschiedlichen regionalen Kontexten sichtbar und ihre historischen, sozialen, wirtschaftlichen und politischen Verwebungen erfahrbar.

Axel Braun ist Künstler und Fotograf. Er hat an der Folkwang Universität der Künste und der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts de Paris studiert. Mit einer wachsenden Sammlung von Fallstudien versucht er, den Weg der Menschheit in ein von ihr bestimmtes Erdzeitalter exemplarisch nachzuvollziehen. Neben ökologischen Fragestellungen interessieren ihn insbesondere die politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Implikationen der damit verbundenen Prozesse. Die Ergebnisse seiner Arbeit präsentiert er in mixed-media Installationen, Künstlerbüchern und Lecture Performances.

Mehr Infos zum Künstler auf www.axelbraun.org

CLOSE ENCOUNTERS #2.1: NICO JOANA WEBER

Vimeo Video
PlayPlay

CLOSE ENCOUNTERS #2.1: NICO JOANA WEBER

PortraitVideo

Die Webserie CLOSE ENCOUNTERS macht die große Bandbreite medienkünstlerischen Schaffens in NRW sichtbar. Seit vielen Jahren und Jahrzehnten sind in der Region herausragende Positionen in diesem Bereich angesiedelt, und es ist uns eine große Freude, ab diesem Jahr einige dieser Künstler*innen zu treffen und sie in Videoportraits vorzustellen. So ergibt sich Schritt für Schritt ein Überblick über die medienkünstlerische Vielfalt, die für NRW prägend ist. Im Mai durften wir bereits das Künstler*innenduo Jana Kerima Stolzer und Lex Rütten zu einem besonderen Drehort in der Nähe des Hambacher Forsts begleiten.

Nun präsentiert das Büro medienwerk.nrw gleich zwei neue Folgen der Serie mit den Künstlerinnen Nico Joana Weber und Vanja Smiljanić. Mit den Kuratorinnen Kerstin Meincke und Nada Schroer sprechen die beiden Stipendiatinnen des Landes Nordrhein-Westfalen für Medienkunst (2018 und 2019) über ausgewählte Projekte der letzten Jahre und darüber, was ihre Arbeit bewegt.

CLOSE ENCOUNTERS #2.1
Im Gespräch erinnern sich die Künstlerin Nico Joana Weber und Kuratorin und Wissenschaftlerin Kerstin Meincke an eine gemeinsame Forschungsreise nach Nigeria, während der die Künstlerin Spuren der Kolonialgeschichte in der Architektur untersuchte. Die Lesbarkeit solcher Strukturen und ihre transformative Bedeutung im urbanen Raum in Städten wie Paris, Lagos oder Ibadan ist eine wiederkehrende Thematik in den Werken von Nico Joana Weber. Im Gespräch kommt besonders ihre Arbeit Tropic Telecom zur Sprache, in der man an der Seite eines außergewöhnlichen Protagonisten einen Pariser Vorort an der Schwelle zwischen Dokumentation und Fiktion erkundet.

Nico Joana Weber arbeitet mit Video, Fotografie und multimedialen Rauminstallationen. Sie hat Fine Art and History of Art am Goldsmiths College in London studiert und 2013 ihr Postgraduiertenstudium an der Kunsthochschule für Medien in Köln abgeschlossen. In ihrer Arbeit verhandelt sie die ästhetischen und politischen Prägungen von Architektur und Landschaft in transkulturellen Kontexten.

Mehr Infos zur Künstlerin auf nicojoanaweber.com

REVISITED: RESERVATE DER SEHNSUCHT #film

Vimeo Video
PlayPlay

REVISITED: RESERVATE DER SEHNSUCHT #film

MomenteVideo

Just want you to be (2021) von Ale Bachlechner
HD Video, 15:52 min, Farbe, Ton
Regie, Kamera, Schnitt: Ale Bachlechner
Musik: Julian Prießen
Tonmischung: Jonathan Kastl
Künstlerische Assistenz: Olivia Platzer

In der Webserie Revisited begeben sich Akteur*innen der Medienkunst und digitalen Kultur aus NRW auf eine künstlerische Forschungsreise. Im Fokus steht in jeder Episode ein Ereignis oder eine Entwicklung aus der Geschichte der medialen Künste in der Region. Wechselnde Themen werden aus verschiedenen, gegenwärtigen Blickwinkeln heraus befragt. So werden vergangene Erfahrungen und das dort entstandene Wissen wieder zugänglich gemacht und neu vermittelt. Die Forschungsergebnisse stehen für sich und ergänzen sich gleichzeitig. Jede mehrteilige Themenstrecke lädt mit Audio-Beiträgen, Kurzfilmen und Texten dazu ein, sich hineinzubegeben in einen Moment der Medienkunst.

Im Fokus der ersten Episode steht die Ausstellung Reservate der Sehnsucht des HMKV Hartware MedienKunstVerein, die 1998 im Kellereihochhaus der ehemaligen Union-Brauerei in Dortmund stattgefunden hat. Nicht nur hat die Schau, in der 30 internationale künstlerische Positionen die beeindruckende, damalige Halbruine der ehemaligen Union-Brauerei (heute das Dortmunder U) bespielten, die medialen Künste noch stärker im Ruhrgebiet verankert. Auch im Bereich der Restrukturierung und Umnutzung der alten Industriebauten in der Region gilt die Ausstellung als wegweisend.

Nun geht die Themenstrecke über die Ausstellung in die zweite Runde. In ihrer filmischen Auseinandersetzung für Revisited untersucht die Performance- und Videokünstlerin Ale Bachlechner unterschiedliche Assoziationsfelder, die in ihrer Recherche zur Ausstellung in Katalogen und Interviews zum Vorschein gekommen sind. Sie verfolgt Verbindungen, wie ‚Angst-Sicherheit-Katastrophe‘ oder ‚Freizeit-Vergnügen-Konsum‘ und gibt ihnen mithilfe privaten Materials neue Ebenen.

In ihrem Artist Statement erklärt die Künstlerin die Vorgehensweise wie folgt: „Diese Schlagworte sind 2021 noch immer und aufs Neue relevant und sehr affektiv besetzt. Mir ist gleichzeitig auch aufgefallen, dass autobiografische oder autofiktionale Ansätze in der Ausstellung eher rar waren. Nur wenige Arbeiten nahmen die Künstler*innen selbst mit in den Fokus, die Aufmerksamkeit war stärker nach außen gerichtet. Das hat mich dazu gebracht, für ‚Just want you to be‚ das erste Mal mit meinen privaten Handyvideos zu arbeiten. In diesem idiosynkratischen Archiv meiner letzten drei Jahre fanden sich erstaunlich viele Parallelen, visuell und inhaltlich zu den Reservaten der Sehnsucht. Als roter Faden zieht sich der Begriff ‚happiness‘ durch die Arbeit, inspiriert von Sarah Ahmeds feministischer, antirassistischer und queerer Analyse ‚The promise of happiness‘, die das Glücksversprechen in seiner Funktionsweise des moralischen Imperativs und der gesellschaftlichen Normierung untersucht. Das grüne, oder grünere Gras, das 1998 eine ganze Etage des Dortmunder U zur Picknickwiese machte, ist auch für ‚Just want you to be‘ die Grundierung, auf der sich alles andere, z.B. die Familie, abspielt.“

Ale Bachlechner ist Performance- und Videokünstlerin und lebt in Köln. Sie hat Vergleichende Literaturwissenschaft in Innsbruck und an der Kunsthochschule für Medien in Köln studiert. Ihre Arbeiten umfassen die temporäre Dating Agency „Twelve Roses“ (2013) in Beirut, das Performance Coaching Institut „This Is Not A Competition“ (2016) und das online Fernsehformat „Studio Hallo“ (2018). Seit 2018 ist sie Mitglied des Jungen Kollegs der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste. Ihre Arbeiten sind im Archiv und Vertrieb der Stiftung imai und wurden auf Festivals, Symposien und in Ausstellungen präsentiert z.B.: Art Cologne, Videonale, Impulse, EMAF Osnabrück, Kasseler Dokfest und Internationale Kurzfilmtage Oberhausen. 

Mehr Info zu der Künstlerin auf alebachlechner.com

CLOSE ENCOUNTERS #1: JANA KERIMA STOLZER UND LEX RÜTTEN

Vimeo Video
PlayPlay

CLOSE ENCOUNTERS #1: JANA KERIMA STOLZER UND LEX RÜTTEN

PortraitVideo

Die neue Webserie CLOSE ENCOUNTERS macht die große Bandbreite medienkünstlerischen Schaffens in NRW sichtbar. Seit vielen Jahren und Jahrzehnten sind in der Region herausragende Positionen in diesem Bereich angesiedelt. CLOSE ENCOUNTERS zeigt anhand von persönlichen Videoportraits exemplarisch die Künstler*innen dahinter – mit ihren Praxen, Gedanken, Fragen und aktuellen Projekten. Viermal jährlich öffnet sich dieser dialogische Raum, in dem Künstler*innen an wechselnden Orten und mit unterschiedlichen Gesprächspartner*innen zu Wort kommen. Mosaikartig ergibt sich so ein Überblick über die medienkünstlerische Vielfalt, die für NRW prägend ist.

Im Frühjahr 2021 begleiten wir für die erste Folge von CLOSE ENCOUNTERS #1 die beiden Künstler*innen Jana Kerima Stolzer und Lex Rütten zum Tagebau rund um den Hambacher Forst: eine Umgebung, die das Fundament der Arbeit „Pawāaraibu–filling the vacuum“ darstellt. Kuratorin Marijke Lukowicz (Emscherkunstweg) hat mit dem Dortmunder Duo über ihr künstlerisches Schaffen gesprochen.

Lex Rütten & Jana Kerima Stolzer arbeiten seit vier Jahren als Künstler*innenduo zusammen. Ausgangspunkt ihrer multimedialen Installationen und Performances sind oftmals die Verflechtungen des Menschen mit seiner technologischen Umwelt und die daraus entstehenden Erzählungen und emotionalen Herausforderungen. In der Vergangenheit realisierte das Duo Projekte sowohl in der freien Theaterszene als auch in Ausstellungskontexten.

Mehr Info zu den Künstler*innen auf thisisinternet.de