VIDEONALE 21: Festival für Video und zeitbasierte Kunstformen – „C’est tout une maison“ (Alles ist ein Haus)

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VIDEONALE 21: Festival für Video und zeitbasierte Kunstformen – „C’est tout une maison“ (Alles ist ein Haus)

Videonale e.V.

Allg. Projektförderung Medienkunst 2026Förderung

Die 21. Ausgabe der Videonale – Festival für Video und zeitbasierte Kunstformen steht unter dem poetischen und zugleich politischen Leitmotiv „C‘est tout une maison“ (Alles ist ein Haus). Bereits im Oktober 2026 startet das Auftaktprogramm im Bonner Stadtteil Bad Godesberg. Im Anschluss, ab Ende April 2027, zieht das Festival für sechs Wochen mit einer Ausstellung von rund 20 internationalen künstlerischen Positionen und einem umfangreichen Programm aus den Bereichen Video, Installation, Performance und Sound ins Kunstmuseum Bonn.
Festivalauftakt in Bonn-Bad Godesberg: Oktober 2026 – März 2027
Ausstellung & Festivalprogramm im Kunstmuseum Bonn: 30. April – 13. Juni 2027 | Eröffnung: 29. April 2027
Auftaktprogramm: Der Stadtteil ist ein Haus
Der erste Festivalteil konzentriert sich ab Oktober 2026 auf den Bonner Stadtteil Bad Godesberg mit seiner bewegten Geschichte und vielfältigen Stadtgesellschaft. Durch enge Kooperationen mit Initiativen und Communities in künstlerischen Projekten, wie zum Beispiel dem „Friendly Makeover Club“ der Künstler:innen Elsa Artmann und Ale Bachlechner sowie dem „Bonfire Choir“ der Künstlerin Vica Pacheco, bringt das Festival Video, Sound und Performance in den urbanen Raum. Das Programm entsteht in Kooperation mit Initiativen und Orten, die den Stadtteil bereits zivilgesellschaftlich wesentlich prägen, und macht ihn zur ersten Behausung dieses vielschichtigen Projekts, bevor das Festival ab Ende April 2027 mitsamt einer raumgreifenden Ausstellung in das Kunstmuseum Bonn zieht.
Die Ausstellung im Kunstmuseum Bonn
Unter dem Leitmotiv C‘est tout une maison (Alles ist ein Haus) lädt das Festival vom 30. April bis zum 13. Juni 2027 dazu ein, das Konzept „Haus“ neu zu denken. Der Titel zitiert die Aussage eines zweijährigen Kindes in der Videoarbeit „Extra Life (and Decay)“ von Stéphanie Lagarde (gezeigt bei der VIDEONALE.20), in dessen Sicht auf die Welt alles zu einem Haus, einer Behausung, einem Zuhause werden kann.
Was macht ein Haus jenseits seiner gebauten Architektur aus? Aus welchen Qualitäten, Handlungen und Beziehungen besteht es? Welche Bedeutung haben diese für unser gegenwärtiges gesellschaftliches Miteinander und was wäre, wenn wir die Welt in all ihren Facetten als Haus betrachten würden? In den rund 20 von einer Fachjury ausgewählten internationalen Positionen entfalten sich unterschiedliche Lesarten. Ausgehend von den künstlerischen Beiträgen untersucht das Festival das „Haus“ als Gegenentwurf zur zunehmenden Vereinzelung und lädt das Publikum in vielfältigen Formaten zu Reflexion und Diskussion ein.
Die Ausstellung als Bühne – Open Stages
Ein Herzstück des Festivals in 2027 bilden die sogenannten Open Stages. Der mit fast 260 Quadratmetern größte der acht Ausstellungsräume wird hierfür flexibel mit Bühne, Kinosituationen für Videokunst und Kinderkurzfilm, Leselounge und Workshopbereich ausgestattet. Er wird regelmäßig als Veranstaltungsraum sowohl von Künstler:innen als auch den städtischen Initiativen aus dem Auftaktprogramm aktiviert. Für die Open Stages entstehen weiterhin Programme wie die Junge Videonale, ein von Jugendlichen und jungen Erwachsenen gestalteter Videokunstwettbewerb; darüber hinaus geplant sind ein Vernetzungstreffen für Nachwuchskünstler:innen sowie ein Fachtag zum Thema „Das Festival ist ein Haus“.

Weitere Informationen unter verein.videonale.org.

Historie & Bedeutung der VIDEONALE
40 Jahre Videonale: Vom Pionierformat zum Seismografen für eine bewegte Gesellschaft.
Als die Videonale im Jahr 1984 in Bonn gegründet wurde, steckte die Videokunst noch in ihren Anfängen. Heute hat sich das Medium grundlegend gewandelt und ist längst in den interdisziplinären Kanon der zeitgenössischen Kunst eingegangen. In einer von flüchtigen digitalen Bewegtbildern übersättigten Welt bietet das Festival einen notwendigen physischen Resonanzraum für eine konzentrierte und analytische Auseinandersetzung mit der Gegenwart durch das Medium Video.

NRW und das Rheinland, das in den 80er Jahren mit Protagonist:innen wie u.a. Nam June Paik, Marcel Odenbach, Ulrike Rosenbach, Klaus vom Bruch als Experimentierfeld für Videokunst bekannt wurde, bieten mit zahlreichen Ausstellungsorten, Festivals, Produktionsstätten und Sammlungen, die diese Kunstform in den Blick nehmen sowie der Kunsthochschule für Medien als einzigartige Ausbildungsstätte in diesem Bereich, auch heute noch ideale Bedingungen für ein Festival wie die Videonale. Nirgendwo sonst gab und gibt es so vielfältige Möglichkeiten, diese Kunstformen zu sehen, zu lernen und in Resonanz mit anderen Künsten und kulturellen Feldern zu bringen.


Das Förderprogramm Allgemeine Projektförderung Medienkunst unterstützt Projekte und Ausstellungsvorhaben im Kontext der Medienkunst, die künstlerische Positionen der Medienkunst erforschen, präsentieren, thematisieren und zielgruppenspezifisch vermitteln möchten. Ein wichtiges Ziel ist die Erforschung, der Erhalt und die Präsentation des Medienkunstbestandes in Nordrhein-Westfalen.