Highlights aus dem medienwerk.nrw | Oktober 2026
Liebe Freund*innen des medienwerk.nrw,
der Herbst ist da! Auch im Oktober gibt es wieder zahlreiche spannende Veranstaltungen, Ausstellungen und Projekte aus dem Netzwerk des medienwerk.nrw zu entdecken. In unserem aktuellen Newsletter geben wir euch einen Überblick über die vielfältige Medienkunst-Landschaft in Nordrhein-Westfalen und laden euch ein, neue Arbeiten, Positionen und Veranstaltungen kennenzulernen. Schaut vorbei, entdeckt die aktuellen Angebote und bleibt mit uns über die Medienkunstszene in NRW auf dem Laufenden!
Herzliche Grüße,
Euer Team Büro medienwerk.nrw

Bild: © Luchterhandt.
Wasserschloss Reelkirchen | Lichtkunstfestival
Rural Utopia
Donnerstag, 1. bis Samstag, 3. Oktober 2026
Eintritt frei
Mühlenstraße 30, Blomberg-Reelkirchen
An drei Abenden verwandeln deutsche und internationale Künstler mit Einbruch der Dunkelheit Gebäude, Landschaften und öffentliche Plätze rund um das Wasserschloss Reelkirchen mittels interaktiver Lichtinstallationen, Projektionen und Performances. Das Festival untersucht, wie digitale Technologien und künstlerische Medienpraktiken neue Perspektiven für Leben, Arbeiten und kulturelle Teilhabe außerhalb urbaner Zentren eröffnen können. Statt rückwärtsgewandter Landromantik entwirft „Rural Utopia“ eine neue Utopie des ländlichen Lebens, die technologische Entwicklungen ernst nimmt, ohne die Vorzüge des ländlichen Raums – Naturnähe, Weite – zu vernachlässigen oder kritische Fragen zu Nachhaltigkeit und Ressourcenverbrauch auszusparen.
Weitere Informationen zum Programm hier.

Bild: © Stephan Floss
FFT Düsseldorf | Performance
Genetik Woyzeck: Eine Videokonferenz mit tödlichem Ausgang
Freitag, 9. Oktober 2026, 20:00 Uhr
20 € / erm. 12 €
Konrad-Adenauer-Platz 1, Düsseldorf-KAP1
Genetik Woyzeck von Harriet Maria & Peter Meining aka norton.commander.productions. übersetzt Büchners Klassiker auf geniale Weise ins Medienzeitalter: Auf der Bühne nur eine Couch. Auf ihr nimmt der Schauspieler Lars Rudolph Platz. Er spielt den Woyzeck in einer sensationellen Soloperformance – roh, exzentrisch, im Kampf mit sich selbst und einer starbesetzen Videomaschinerie?
Harriet Maria & Peter Meining realisierten unter dem Namen norton.commander.productions. über 50 Inszenierungen, Experimentalspielfilme, Videoinstallationen und Hörspiele. 2018 gründeten sie MauserFilmproduktion und widmen sich seither ihrer Filmarbeit – insbesondere dem Genre SciFi. Lars Rudolph ist Schauspieler, Musiker und Komponist. Er war bislang an über 60 Filmproduktionen beteiligt. Unter anderem in „Lola rennt“ von Tom Tykwer, „Die Werckmeisterschen Harmonien“ von Bela Tarr, „Die Unberührbare“ von Oskar Roehler oder „Soul Kitchen“ von Fatih Akin. Daneben war Lars Rudolph an verschiedenen Theatern engagiert, etwa am Schauspielhaus Zürich, an den Münchner Kammerspielen oder der Berliner Volksbühne. Von 2020 bis 2025 war er Ensemblemitglied am Schauspielhaus Hamburg.
Weitere Informationen hier.

Bild: © Stiftung Künstler*dorf Schöppingen
Stiftung Künstler*dorf Schöppingen | Online-Gespräch
Modes of Access – Digital Residencies 2026
Montag, 20. Oktober 2026, 15:00 – 16:30 Uhr
Online via Zoom
Um Anmeldung unter info@stiftung-kuenstlerdorf.de wird gebeten.
Zum Abschluss des Projektes für digitale Residenzen “Modes of Access“ lädt die
Stiftung Künstler*dorf Schöppingen zu einem Online-Gespräch ein, in dem die Schnittstellen zwischen digitalen Formaten und Barrierefreiheit beleuchtet werden: Digitale Residenzen können Menschen, die nicht reisen können, Zugang ermöglichen. Sie werfen jedoch wichtige Fragen auf: Kann ein virtuelles Format dieselben Ressourcen und dieselbe Tiefe bieten wie eine physische Residenz? Wie schaffen wir Verbindungen und bauen Vertrauen über Entfernungen hinweg auf? Sollten digitale Formate eher als Ergänzung denn als Ersatz betrachtet werden?
Die Diskussion bringt Programmleiter*innen aus drei unterschiedlichen Residenzmodellen zusammen, um die Chancen und Grenzen digitaler Formate unter dem Gesichtspunkt der Barrierefreiheit zu beleuchten. Ergänzt werden ihre Erkenntnisse durch Reflexionen von Stipendiat*innen, die in diesen Programmen mitgewirkt haben und eine differenzierte Perspektive darauf bieten, was funktioniert – und was noch neu gedacht werden muss.
Teilnehmende sind Ana María García Jácome, Paulina Seyfried und Gaurav Singh Nijjer / Modes of Access; Jamie Wyld / Vital Capacities; Rachel Fleming-Mulford und Mariana Lemos / DASH. Moderiert wird die Veranstaltung wird von Agustina Andreoletti.
Weitere Informationen hier.

Stéphanie Lagarde, Extra Life (and Decay) © ADAGP & Stéphanie Lagarde, 2026
Videonale | Get-together
Auftakt VIDEONALE.21: C´est tout une maison (Alles ist ein Haus)
Sonntag, 25. Oktober 2026, 17:30 Uhr
Eintritt frei
Trinkpavillon, Koblenzer Straße 80, Bonn
Die VIDEONALE lädt zum Auftakt am Sonntag, den 25. Oktober, um 17:30 Uhr in den Trinkpavillon – den Ausschankort der kurfürstlichen Heilquelle im Stadtpark von Bad Godesberg – ein. Zum Beginn ist ein kleines Picknick auf der Terrasse vor dem Pavillon vorgesehen. Im Anschluss wird gemeinsam die Videoarbeit Extra Life (and Decay) von Stéphanie Lagarde angeschaut.
Bereits um 15:30 Uhr besteht die Möglichkeit, gemeinsam mit Stéphanie Lagarde und der Bonner Medienkünstlerin Tina van de Weyer den Stadtpark, seine Bewohner*innen, Spuren und Klänge aus einer neuen Perspektive zu erkunden. Kinder sind herzlich willkommen.
Extra Life (and Decay), gezeigt bei der letzten Videonale, ist Inspiration für den Titel und das Leitmotiv der VIDEONALE.21: C´est tout une maison (Alles ist ein Haus). Im Gespräch mit Stéphanie Lagarde entfalten die künstlerischen Leiterinnen Tasja Langenbach und Annette Ziegert die Inhalte des Videos und die davon inspirierten Leitlinien der VIDEONALE.21.
Anmeldung erforderlich: Die Plätze sind begrenzt. Um Anmeldung bis 20. Oktober bei Annette Ziegert, ziegert@videonale.org, wird gebeten. Gebt bei der Anmeldung an, ob ihr bereits bei der Parkerkundung um 15:30 Uhr dabei seid.
Barrierefreiheit: Der Trinkpavillon ist mit Rollstuhl zugänglich. Es gibt keine rollstuhlgerechten Toiletten.
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Bild: Alamanya Alamanya – Germania Germania, © Hans Andreas Guttner
Internationale Kurzfilmtage Oberhausen | Screening + Gespräch
Angekommen in Europa – 65 Jahre Anwerbung türkischer Arbeitskräfte
Mittwoch, 28. Oktober 2026, 18:00 Uhr
Eintritt frei
Lichtburg Filmpalast, Elsässer Str. 26, Oberhausen
Am 28. Oktober 2026 laden das Büro für Interkultur der Stadt Oberhausen und die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen in die Oberhausener Lichtburg ein. Auf dem Programm stehen vier Kurzfilme aus den Jahren 1973 bis 1990 zu Migrationsbewegungen in die BRD – und zurück in die Türkei, anlässlich der Unterzeichnung des Anwerbeabkommens mit der Türkei am 30. Oktober 1961. Ergänzt werden die Filme durch ein Podiumsgespräch mit Expert*innen und Filmemacher*innen.
Die Filme: Für ausländische und deutsche Arbeiter, Kurt Rosenthal und Christine Trautmann, 1973; Üc Bülümlü Kisa Film (Kurzer Film in drei Teilen, Ozcan Arca, 1978); Alamanya Alamanya – Germania Germania, Hans Andreas Guttner, 1979; Rückkehr in die Türkei, Klaus Helle und Marianne Tampl, 1990.
Anschließend Gespräch mit: Ömer Alkin (Professor für Medienwissenschaft an der Hochschule Niederrhein), Lale Arslanbenzer (Kommunales Integrationszentrum Oberhausen), Paul Hofmann (Kinemathek im Ruhrgebiet), Cem Sentürk (Zentrum für Türkeistudien)
Moderation: Madeleine Bernstorff, künstlerische Leiterin der KurzfilmtageZum Abschluss des Projektes
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Bild: © Ethan Daniels / Stocktrek Images
PACT Zollverein | Symposium
IMPACT 26 – Friction Energy
Freitag, 30. Oktober 2026 bis Montag, 02. November 2026
19 € / erm. 11 €
Bullmannaue 20A, Essen
Wir beobachten eine Gegenwart, in der sich unser Zusammenleben zunehmend von einer gemeinsam geteilten Wirklichkeit entfernt. In ökonomischen, technologischen und administrativen Ordnungssystemen werden Entscheidungen oft losgelöst von ihren Auswirkungen getroffen. Diese Entkopplung trennt Realitäten, die dennoch unauflöslich miteinander verbunden bleiben.
Während Orte zu Standorten, Körper zu Daten, Materie zu Ressourcen und Lebensformen zu verwaltbaren Größen werden, wird oft erst im Moment der Störung, der Erschöpfung oder der Verletzung erfahrbar, wie unser gesellschaftliches und planetares Beziehungsgeflecht zusammenhängt.
›IMPACT26 – Friction Energy‹ setzt an dieser Bruchstelle an und widmet sich transformativen Praktiken des Miteinanders in einer Zeit, in der unsere Beziehungen tief von Konkurrenz, Verwertung, Fortschrittsdenken, Macht und gesellschaftlicher Anerkennung geprägt sind. Das transdisziplinäre Symposium untersucht folgende Fragen: Kann Kunst als ein Spannungsfeld, in dem all diese Logiken aufeinander treffen, unerwartete Formen der Kooperation ermöglichen? Wie können hier Zugänge entwickelt werden, innerhalb, trotz und quer zu diesen Ordnungen? Wie lässt sich von anderen Akteur*innen und Wissensfeldern lernen, wenn sich menschliche wie nicht-menschliche Beteiligte gegenseitig als Mitwirkende anerkennen?
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Bild: © Ida Kammerloch, MADE IN CHINA, 2025 (Videostill)Ida Kammerloch, Design: Running Water.
Kunsthalle Dortmund | Ausstellung
INDUSTRIAL: Seidenstraßen 3000
Bis 10. Januar 2027
Leonie-Reygers-Terrasse, Dortmund
In der neuen Ausstellung der Kunsthalle Dortmund geht es um Logistik, Lieferketten und globale Warenströme. Ausgangspunkt ist die „Belt and Road Initiative“, eine interkontinentale Logistik-Infrastruktur, die China seit 2013 weltweit ausbaut. Sie ist auch unter dem Begriff der „Neuen Seidenstraße“ bekannt. Duisburg und das Ruhrgebiet liegen an einem ihrer Enden.
Zusammen mit 23 Künstler*innen aus 16 Ländern reisen wir entlang dieser neuen Infrastruktur der Weltwirtschaft, welche unser Leben signifikant gestaltet, ohne dass wir es wirklich wahrnehmen. Die Ausstellung handelt von durchquerten Wüsten, überwundenen Grenzen, verlorenen und gewonnenen Arbeitsplätzen, entladenen Containern. Das alles inszeniert mit den Mitteln der Logistik selbst — Glastransportgestellen und Monobloc-Stühlen, dem meistverkauften Möbelstück der Welt, hergestellt in China. Globalisierung ist nicht abstrakt. Sie ist da draußen, auf den Schienen.
Die Ausstellung INDUSTRIAL: Seidenstraßen 3000 trägt einen doppelten Titel. Seidenstraßen 3000 klingt nach Science-Fiction, nach einem exotischen Ort in einer fernen Zukunft. Tatsächlich sind die Seidenstraßen jedoch nie verschwunden, sondern haben sich lediglich in Form, Umfang und Tempo verändert. Anstelle von Karawanen, die mit kostbarer Seide beladen die Wüsten Zentralasiens durchquerten, transportieren heute Züge, LKWs und Containerschiffe Öl, Getreide, Rohstoffe, Ersatzteile und Industriegüter – die Dinge, aus denen unser tägliches Leben besteht.
Mit Arbeiten von Umida Akhmedova, Pavel Brăila, Cao Fei, Choy Ka Fai, Choy Ka Fai & Lin Pei-Ying, DISNOVATION.ORG, Ingo Günther, Tamami Iinuma, Sven Johne, Ida Kammerloch, Gulnara Kasmalieva & Muratbek Djumaliev, Ali Kazma, Ulrike Franke & Michael Loeken, Zauri Matikashvili, Stanislaw Mucha, Zdeněk Porcal, Solveig Qu Suess, Anne Samat.
Weitere Informationen hier.

Bild: © CYCLE Matunda-Groenendijk-Amit-Palgi
Tipp aus NRW
Moovy Festival | Symposium
Gemeinschaft, Körper, Begegnung in digitaler Kunst
Samstag, 17. & Sonntag, 18. Oktober 2026, 10:00 – 16:00 Uhr
Eintritt frei, Spenden erwünscht
TanzFaktur, Siegburger Str. 233 w, Köln
Um Anmeldung unter info@moovy-festival.com wird gebeten.
Tanzkunst stiftet Gemeinschaft: auf der Bühne, vor der Bühne und dazwischen. Ganz neue Formen des Zusammenseins entstehen durch digitale Formen von Tanz, Theater und bildender Kunst. Wie erleben und gestalten wir diese Gemeinschaften? Haben wir Lust, einander auf ungewöhnliche Art zu begegnen? Wir könnten andere vor dem Aufsetzen eines VR-Headsets kennenlernen. Würden wir sie dann im virtuellen Raum mit veränderter Körpererfahrung treffen? Anschließend könnten wir über die geteilte Erfahrung sprechen. Welche vielfältigen Arten der Begegnung in und mit digitaler Kunst werden heute erprobt, welche imaginiert für die Zukunft? Welche Rolle spielen die Wünsche und Ideen des Publikums, der Künstler:innen und der Kulturmacher:innen?
Alle sind eingeladen mitzudenken, mitzureden und mitzugestalten! Lasst uns erste Antworten gemeinsam finden. Die Konzeption des Symposiums wurde von der Kunststiftung NRW mit einem Recherchestipendium für Ágota Harmati, Künstlerische Leiterin von Moovy und Klaas Werner sowie Hojin Lee unterstützt. Wir bieten mit dem Symposium & Future Jam zwei Tage lang einen inspirierenden Ort des Austauschs und der Vernetzung – mit dem Ziel, konkrete Impulse für die Zukunft von Kultur und Digitalität zu setzen.
Mit Beiträgen u.a von Künstler*innen, Wissenschaftlerinnen und Kurator*innen aus Köln, NRW und Europa: Francis Wagner, Patrick Blümel, Jana Kerima Stolzer & Lex Rütten, Laurenz Ulrich, Charlotte Triebus, Jens Fehrenbacher, Manischa Partowi, Amit Palgi, Sam Hopkins, Keez Duyves, Chris Geiger.
Im Anschluss gibt es an beiden Tagen einen XR-Parcours mit Arbeiten von Alisa Berger, Charlotte Triebus, Amit Palgi und Jessica Thomas. Der Eintritt ist für angemeldete Symposiumsteilnehmer*innen frei.
Weitere Informationen hier.
Über das medienwerk.nrw
Das medienwerk.nrw ist NRWs Netzwerk für Medienkunst und digitale Kultur. Es vereint 25 Institutionen – darunter Kunstvereine, Museen, Ausstellungsräume, Festivals, Produktionsorte der darstellenden Künste, Archive und Hochschulen – und versteht sich als eine Allianz verschiedenster Akteurinnen und Akteure mit einer 25-jährigen Expertise in der Medienkunstlandschaft Nordrhein-Westfalens. Seit 2013 wird das Netzwerk durch das vom Land Nordrhein-Westfalen geförderte Büro medienwerk.nrw unterstützt. Es koordiniert Netzwerkveranstaltungen, begleitet Förderprogramme des Landes, betreut das Stipendium des Landes Nordrhein-Westfalen für Medienkünstlerinnen und organisiert internationale Tagungen, Ausstellungen und Festivals im Bereich Medienkunst.
Aktuelle Partner*innen im Netzwerk medienwerk.nrw
Akademie für Theater und Digitalität (Dortmund), Bielefelder Kunstverein, FFT Düsseldorf, Filmwerkstatt Düsseldorf, HMKV Hartware MedienKunstVerein (Dortmund), imai – inter media art institute (Düsseldorf), Internationale Kurzfilmtage Oberhausen, Kunsthochschule für Medien Köln, Kunstverein Siegen, Lehmbruck Museum (Duisburg), mex – intermediale und experimentelle Musikprojekte e.V. (Dortmund), Museum für Gegenwartskunst Siegen, Museum Ludwig (Köln), NRW-Forum Düsseldorf, PACT Zollverein (Essen), Schauspiel Dortmund, SK Stiftung Kultur (Köln), Skulpturenmuseum Marl, Stiftung Künstlerdorf Schöppingen, Temporary Gallery (Köln), Universität Siegen – Lehrstuhl für Mediengeschichte, Universität Witten/Herdecke – Lehrstuhl Digitale Künste und Kulturvermittlung, Zeitkunst e.V. (Köln), Videonale (Bonn), Wasserschloss Reelkirchen (Blomberg)