Highlights aus dem medienwerk.nrw | November 2026
Liebe Freund*innen des medienwerk.nrw,
der nass-kalte November zieht einen förmlich in die Innenräume. Wie passend, dass es in ganz NRW eine Reihe von spannenden Institutionen gibt, die diesen Monat mit inspirierenden Projekten aufwarten. Wir haben im Newsletter einige Highlights aus dem Netzwerk des medienwerk.nrw zusammengetragen. Viel Freude beim Entdecken.
Herzliche Grüße,
Euer Team Büro medienwerk.nrw

Bild: Haus ohne Netz © grotesk.group, 2026
grotesk.group | Vernissage
Haus ohne Netz
Donnerstag, 5. November 2026, 18:00 Uhr
Eintritt frei
NEBN Gallery, Eisenstraße 91, Düsseldorf
Mit „Haus ohne Netz“ zeichnet die Medienkunstinstallation der grotesk.group den Wandel des Internets um die Jahrtausendwende hin zu einem Internet nach, das heute überallhin mitgetragen wird. Persönliche Homepages, Chatroom-Nutzung bis spät in die Nacht, Downloads, um die herum ein ganzer Abend organisiert werden konnte. Ein Internet voller seltsamer kleiner Ecken, die jemand geschaffen hatte, einfach weil ihm gerade danach war. Manche davon waren furchtbar. Zumindest waren sie auf unterschiedliche Weise furchtbar. Heute kommt alles bequem vorsortiert daher. Einschließlich dessen, was als Nächstes angesehen werden könnte – und danach.
Die Vernissage findet am 05. November 2026 statt, die Ausstellung ist bis zum 28. November 2026 zu sehen. Weitere Informationen hier.
Das Projekt wird durch die Allgemeine Projektförderung Medienkunst des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW in Zusammenarbeit mit dem medienwerk.nrw gefördert. Mehr zur Förderung hier.

Bild: Bouchra © Lucky Number
Filmwerkstatt Düsseldorf | Screening
Filmprogramm November & Dezember
Ab 05. November 2026
Eintritt: 6 € / 8 €
Filmwerkstatt Düsseldorf, Birkenstr. 47, Im Hof, Düsseldorf
Im November und Dezember widmet sich die Filmwerkstatt Düsseldorf mit sechs Filmen dem New Hollywood der Siebziger, darunter Barbara Lodens Wanda, Martin Scorseses Mean Streets und Sidney Lumets Dog Day Afternoon. Daneben werden im November drei selten aufgeführte Filme der portugiesischen Regisseure António Reis und Margarida Cordeiro bgezeigt. Eröffnet wird das Programm am 5. November mit Bouchra, einem Animationsfilm von Meriem Bennani und Orian Yani Barki, in Kooperation mit dem Trickfilm Festival Düsseldorf – und am dritten Advent lädt das Düsseldorfer Kassettenlabel Clover & Associates zu einem Konzertabend mit vier Performances aus der Musikszene rund um die Kunstakademie.
Weitere Informationen hier.

Bild: KFFK N°20 © akamalo
KFFK/Kurzfilmfestival Köln | Kurzfilmfestival
KFFK N°20
Montag, 23. bis Sonntag, 29. November 2026
Eintritt: Soli 5 € | Regulär 9 € | Support 14 €
Maybachstr. 111, Köln
Das KFFK/Kurzfilmfestival Köln feiert seine 20. Ausgabe: Vom 23. bis 29. November 2026 zeigt das Festival an sieben Tagen über 150 Filme, VR Experiences Events, Filmgespräche und mehr an verschiedenen Orten in Köln.
Im Zentrum steht der Deutsche Wettbewerb mit aktuellen deutschen Produktionen und Koproduktionen. Zum Jubiläum ist außerdem Italien mit zwei Länderfokus-Programmen zu Gast. Neu dabei ist New Curators mit drei Kurzfilmprogrammen, die von jungen Kurator*innen entwickelt wurden.
Weitere Highlights sind die Sektion New Aesthetic über den Einfluss neuer Technologien auf Film und Gesellschaft, das interaktive Battle of the Shorts, die Kino-Fahrradtour Shorts on Wheels, sowie Specials wie Midnight Madness und Cereal Cinema.
Weitere Informationen hier.

Bild: © ORIO
Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn | Screening
Themenfokus „Überwinden“ – KFFK N°20
Mittwoch, 25. November 2026, 20:00 Uhr
Sonntag, 29. November 2026, 15:00 Uhr
Eintritt: Soli 5 € | Regulär 9 € | Support 14 €
Filmhaus Atelier & Kino, Maybachstr. 111, Köln
Themenfokus Überwinden im Rahmen des KFFK Kurzfilm Festivals 2026, präsentiert von der Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn.
Die Filme richten den Blick auf individuelle, existentielle und strukturelle Hürden und zeigen: Überwinden kann leise Beharrlichkeit sein, lauter Widerstand oder der Mut, gemeinsam neue Wege zu gehen.
Filme des Programms:
Kiss Kiss Bang Bang (Dokumentarfilm, 28‘, Ollie Launspach, Niederlande, 2025)
Im Auto Tapes und Butterbrot (Animationsfilm, 14’18“, Kiana Naghshineh, Deutschland/Frankreich, 2025)
Lost & Found (Animationsfilm, 7′, Andrew Goldsmith & Bradley Slabe, Australien, 2018)
Rio remains beautiful / O Rio de Janeiro continua lindo (Dokumentarfilm, 24′, Felipe Casanova, Schweiz/Brasilien/Belgien, 2025)
Undying Pain of Existence (Animationsfilm, 5’20“, Oscar Jacobson, Deutschland, 2025, Filmakademie Baden-Württemberg)
Weitere Informationen hier.

Bild: © ZfN
Kunsthalle Dortmund | Lecture Performance
From Web, Library, War to Fire, Garden, Feed
Freitag, 27. November 2026, 19:00 Uhr
Eintritt frei
Dortmunder U, Ebene 3, Leonie-Reygers-Terrasse, Dortmund
Eine Metapher wirkt wie ein Fehler, ein falsch gesetztes Wort, etwas, das irritiert — und dann, seltsamerweise, doch Sinn ergibt. Das Internet ist voll solcher Metaphern. Sie zeigen, wie wir mit Maschinen interagieren, wie sie in unser Leben eingreifen und spiegeln unsere Wünsche und Ängste wider. Mit War to Fire lädt die Forscherin Elena Beregow ein, über Feuer an der Schwelle zwischen Natur und Kultur nachzudenken. In ihrem Vortrag erörtert sie, wie Verbrennung – sowohl als materielle Kraft als auch Metapher – Vorstellungen von Leidenschaft, Krise und gesellschaftlichem Wandel prägt. Anschließend widmet sich das Künstlerkollektiv eeefff der Metapher des Krieges: In ihrer lecture performance zeigen sie auf, wie Militarisierung, Rohstoffgewinnung und koloniale Logiken durch Karten, algorithmische Assistenten und Codezeilen in den Alltag eindringen.
From Web, Library, War to Fire, Garden, Feed ist eine Buch- und Veranstaltungsreihe, die sich mit metaphorischen Vorstellungen und Erzählungen des Internets auseinandersetzt. Sie wurde von Tereza Havlíková, Julia Kochanek, Anneliese Ostertag und Sasha Weber begründet und ist die zweite Ausgabe ihrer langjährigen Zusammenarbeit. Für ihre Forschungsarbeit sind sie derzeit als Medienkunstfellows am College for Social Sciences and Humanities tätig, einem interdisziplinären Forschungszentrum der University Alliance Ruhr.
Das Projekt wird durch die Allgemeine Projektförderung Medienkunst des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW in Zusammenarbeit mit dem medienwerk.nrw gefördert. Die Veranstltung ist von Tereza Havlíková, Julia Kochanek und Anneliese Ostertag kuratiert.
Weitere Informationen hier.

Bild: Raskin, Du hast kein Herz, 1991. Videostill © Charli Pape und Andreas Coerper / VG Bild-Kunst, Bonn 2026.
IMAI – Inter Media Art Institute & Filmmuseum Düsseldorf | Screening
Es fehlt mir etwas
Sonntag, 29. November 2026, 16:00 Uhr
Eintritt frei
Filmmuseum Düsseldorf, Schulstraße 4, Düsseldorf
„Es fehlt mir etwas“, sagt das Liebespaar in Raskins Videoarbeit DU HAST KEIN HERZ aus dem Jahr 1991, bevor es die Dynamik ihrer Beziehung in allen Facetten ergründet. So sieht es auch das Künstler*innenduo Cyanlila und nähert sich dieser historischen Videoarbeit mit einer künstlerischen Audiodeskription auf spielerische Weise. Neben Raskins Arbeit werden auch Videos von Ulrike Rosenbach, Maria Vedder und Bettina Gruber sowie Dieter Kiessling aus dem Archiv des IMAI – Inter Media Art Institute mit experimentellen Audiodeskriptionen versehen. Irgendwo zwischen Hörspiel und Klanglandschaft erforscht Cyanlila die Videokunstgeschichte aus einer queerfeministischen Perspektive und taucht ab in eine Welt mit sprudelnden Schneebesen und schwimmenden Hähnen. Was visuell fehlt, wird dabei hörbar. Cyanlila besteht aus Lilian Korner (Blinde Kunstwissenschaftler*in und Dramaturg*in) und Conny Walter (sehende Hörspielmacherin und Lektorin).
Im Anschluss an das Screening findet ein Gespräch mit Cyanlila (Lilian Korner und Conny Walter), der Performerin und Dramaturgin Sabine Kuxdorf sowie dem Künstler Bernd Oppl statt.
Für die Veranstaltung bitten das IMAI und das Filmmuseum um Anmeldung unter info@stiftung-imai.de oder unter 0211 – 54 23 09 94.
Weitere Informationen hier.
Das Projekt wird durch die Allgemeine Projektförderung Medienkunst des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW in Zusammenarbeit mit dem medienwerk.nrw gefördert. Mehr Infos zu Förderung hier.

Bild: © Justyna-Gorowska, Hydrosex Calli, Foto: Jan Koszewnik
Temporary Gallery. Zentrum für zeitgenössische Kunst | Ausstellung
untame flow stay release
Bis 29. November 2026
Eintritt frei
Mauritiuswall 35, 50676 Köln
Die Ausstellung untame flow stay release (entzähmen fließen bleiben loslassen) zeigt Kunst, die auf ungerechte Systeme reagiert. Diese Systeme schaden der Umwelt und schließen behinderte Menschen aus. Sie lassen Menschen glauben, ihre Probleme seien persönlich und einzigartig. Dabei teilen viele Menschen die gleichen Probleme. Die Ausstellung nimmt Rücksicht auf unterschiedliche Bedürfnisse.
Zur Ausstellung gehört das Forschungsprojekt detox access spaces. Künstler*innen, Kurator*innen, Architekt*innen und Denker*innen fragen gemeinsam: Wie können Ausstellungsräume offen für alle sein? Die Präsentation setzt sich für Räume ein, die Unvollkommenheit und Sinneserfahrungen zulassen. Sie stellt sich giftfreie, inklusive Räume vor, die niemanden einschüchtern oder ausschließen, sondern Komfort und geteilte Kontrolle schaffen.
Weitere Informationen hier.

Bild: Thuy Tien Nguyen, Intervall, 2026 © Thuy Tien Nguyen
Kunstverein Siegen | Ausstellung
Thuy Tien Nguyen: Intervall
Bis 6. Dezember 2026
Eintritt frei
Kornmarkt 20, 57072 Siegen
Vom 30. Oktober bis zum 6. Dezember 2026 präsentiert der Kunstverein Siegen Intervall, die Einzelausstellung von Thuy Tien Nguyen, diesjähriger Preisträgerin des Förderpreises Junge Kunst der Stiftung der Sparkasse Siegen für Kunst und Kultur.
Nguyens künstlerische Praxis untersucht, wie persönliche und kollektive Erinnerungen weitergegeben, verändert und neu zusammengesetzt werden. Alltägliche Gegenstände, familiäre Beziehungen und Erfahrungen aus ihrer Kindheit in Vietnam bilden dabei häufig den Ausgangspunkt. Vorstellungen von Zuhause und Zugehörigkeit verbinden sich mit Fragen nach Disziplin, Autorität und Selbstbestimmung.
Für Intervall entwickelt Nguyen eine räumliche Inszenierung auf beiden Etagen des Haus Seel. Im Erdgeschoss treten skulpturale Arbeiten zu einer Art Bühnen- und Probenraum zusammen: Weicher Schaumstoff trifft auf Edelstahl, spiegelnde Oberflächen auf getrocknete Tinte. Im Untergeschoss verbindet eine neue Zwei-Kanal-Videoinstallation Film, Tageslicht und einen automatisierten Vorhang. Gemeinsam mit dem Künstler und Filmemacher Nguyễn Duy Anh bearbeitet Nguyen hierfür frühes Filmmaterial neu und blickt aus heutiger Perspektive auf ihre eigene Rolle darin zurück.

Bild: Freya Hattenberger, taking photos in logged area, © sitespecific
NRW-Tipp
Rautenstrauch-Joest-Museum Köln | Performance & Panel
Freya Hattenberger & Peter Simon: Living Ground
Mittwoch, 29. November 2026, 15:00 Uhr
Eintritt: 7 € / 11 €
Cäcilienstraße 29-33, 50676 Köln
Was bedeutet Rückkehr, wenn es kein Zurück mehr gibt? LIVING GROUND folgt dieser Frage von NRW nach Kanada. Medienkünstlerische Forschung verbindet museale Bestände mit indigener Gegenwart. Das Projekt zeigt, wie Vergangenheit nachwirkt – und wie Zukunft auf dem Boden der Vorfahren selbst gestaltet wird. Living Groundist Auftakt eines Langzeitprojekts zur kritischen Neubestimmung des Verhältnisses zwischen europäischen Museen und First Nations. Medienkünstlerische Recherchen in ethnologischen Archiven sowie eine Residency in Kanada führen zu pflanzenbasierten, nicht-toxischen Bildverfahren, die gemeinsam mit der indigenen Community erprobt werden. In einem produktiven fotografischen Dialog fragt das Projekt, wie ethnologische Sammlungen als lebendige Bezugssysteme statt toter Archive nutzbar gemacht werden können. Durch Reziprozität, Community als Autor*innen und Verbindung künstlerischer Intervention mit akademischer Lehre entsteht ein neues Modell museumspartnerschaftlicher Kooperation.
Die Auftaktveranstaltung finden im Rahmen der Ausstellung return des Rautenstrauch-Joest-Museum statt. Weitere Informationen hier.
Das Projekt wird durch die Allgemeine Projektförderung Medienkunst des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW in Zusammenarbeit mit dem medienwerk.nrw gefördert. Mehr zur Förderung hier.
Über das medienwerk.nrw
Das medienwerk.nrw ist NRWs Netzwerk für Medienkunst und digitale Kultur. Es vereint 25 Institutionen – darunter Kunstvereine, Museen, Ausstellungsräume, Festivals, Produktionsorte der darstellenden Künste, Archive und Hochschulen – und versteht sich als eine Allianz verschiedenster Akteur*innen mit einer mehr als 25-jährigen Expertise in der Medienkunstlandschaft Nordrhein-Westfalens. Seit 2013 wird das Netzwerk durch das vom Land Nordrhein-Westfalen geförderte Büro medienwerk.nrw unterstützt. Es koordiniert Netzwerkveranstaltungen, begleitet Förderprogramme des Landes, betreut das Stipendium des Landes Nordrhein-Westfalen für Medienkünstlerinnen und organisiert internationale Tagungen, Ausstellungen und Festivals im Bereich Medienkunst.
Aktuelle Partner*innen im Netzwerk medienwerk.nrw
Akademie für Theater und Digitalität (Dortmund), Bielefelder Kunstverein, FFT Düsseldorf, Filmwerkstatt Düsseldorf, imai – inter media art institute (Düsseldorf), Internationale Kurzfilmtage Oberhausen,
Kunsthalle Dortmund, Kunsthochschule für Medien Köln, Kunstverein Siegen, Lehmbruck Museum (Duisburg), mex – intermediale und experimentelle Musikprojekte e.V. (Dortmund), Museum für Gegenwartskunst Siegen, Museum Ludwig (Köln), NRW-Forum Düsseldorf, PACT Zollverein (Essen), Schauspiel Dortmund, Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn, Skulpturenmuseum Marl, Stiftung Künstlerdorf Schöppingen, Temporary Gallery (Köln), Universität Siegen – Lehrstuhl für Mediengeschichte, Universität Witten/Herdecke – Lehrstuhl Digitale Künste und Kulturvermittlung, Zeitkunst e.V. (Köln), Videonale (Bonn), Wasserschloss Reelkirchen (Blomberg)