Friendly Makeover Club

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Friendly Makeover Club

Videonale E.v. | FrankAflux Gbr | SANFTE ARBEIT | Ale Bachlechner

Medienkunstfonds 2026Förderung

Denkst du, dass Fremde sich manchmal besser helfen könnten als Menschen, die schon in einer Beziehung zueinanderstehen? Bist du mit deinem Alltag, den To-Dos für irgendwann und deinen schlechten Angewohnheiten überfordert, weißt aber genau, was bei anderen zu tun wäre, damit sie die beste Version ihrer selbst werden? Wünschst du dir heimlich, jemand würde dein Leben in die Hand nehmen, zumindest vorübergehend, zumindest in einem Teilbereich? Wünschst du dir ein Makeover?

Makeover lässt sich schwer übersetzen, je nach Kontext heißt es Umstyling, Runderneuerung oder Überarbeitung. Makeover Fernseh-Shows wie “Queer Eye” (Netflix) transformieren Wohnungen, Kleiderschränke und ganze Leben durch die Intervention von Expert:innen, die renovieren, shoppen, Haare schneiden, kochen und dabei immer auch persönliche Coaches sind. 

Der ‚Friendly Makeover Club‘ lädt im Kontext der 21. Ausgabe der Videonale ein, gemeinsam einen künstlerischen Blick auf das Reality-TV-Format des Makeovers zu werfen, den entsprechenden Sehnsüchten und Versorgungslücken in unseren eigenen Leben und möglichen Alternativen zur Selbstoptimierung. Das Kölner Tanzensemble SANFTE ARBEIT in Zusammenarbeit mit der Videokünstlerin Ale Bachlechner veranstaltet von September bis November 2026 sechs Treffen, in denen wir gemeinsam, performativ, in Text und Bewegung über Erfahrungen und Möglichkeiten gegenseitiger Fürsorge nachdenken. Diese Treffen können gleichzeitig als Ausgangspunkt für selbstorganisierte Zusammenschlüsse von Teilnehmenden dienen, um sich zu helfen, Hilfe zu empfangen oder sich erfolgreich gegen Veränderungen zu wehren. Im November finden Dreharbeiten zu einer neuen Videoarbeit statt, in die die Reflexionen des Friendly Makeover Clubs einfließen sollen. Die Teilnehmenden des Friendly Makeover Clubs können an dieser Videoarbeit in unterschiedlicher Form beteiligt sein, es besteht dazu keine Erwartung oder Verpflichtung. Das Projekt und erste Ergebnisse der Videoarbeit werden zum Jahresende in einer Veranstaltung der VIDEONALE.21 in Bad Godesberg vorgestellt.

Mehr Informationen findet ihr hier.


Der Videonale e.V. (Vereinigung zur Förderung kultureller Bildung im audiovisuellen Bereich) widmet sich der Präsentation, Vermittlung und Verbreitung zeitgenössischer Videokunst und zeitbasierter Kunstformen sowie der Pflege und Erforschung ihres historischen Erbes.
Eine der wichtigsten Aufgaben des Vereins ist die Ausrichtung eines internationalen Festivals für Video- und zeitbasierte Kunst. Seit ihrer Gründung im Jahr 1984 findet die VIDEONALE – Festival Video und zeitbasierte Kunstformen alle zwei Jahre statt und hat sich mit ihrem ambitionierten Programm aus Ausstellung und Festivalprogramm zu einem der wichtigsten Festivals für diesen Bereich in Deutschland und Europa entwickelt.

frankaflux ist ein Studio für Videoproduktion, Livestreaming und hybride Veranstaltungen. Die gesamte Produktion stammt aus einer Hand – von der konzeptionellen Beratung und Planung bis zur technischen Umsetzung und Postproduktion. Ein starkes inhaltliches Interesse treibt uns an: Wir möchten verstehen und zeigen, was ihr macht, entwickelt und erfindet, möchten Momente weitertragen und vergrößern, Zugänge legen und verschalten. Wir bilden Erzählungen aus dem, was passiert, entwerfen Plots und entfalten sie im Geschehen. Zu unseren Projekten zählen u.a. Livestreams, Imagefilme und filmische Künstlerportraits sowie interaktive Online-Talks und -Konferenzen.

Ale Bachlechner ist eine Performance- und Videokünstlerin, die in Köln und Wien lebt und arbeitet. Ihre Arbeit beschäftigt sich mit Kommunikation und Affekten, Formen von Beziehungen sowie den Fallstricken des Neoliberalismus. Zentrale Aspekte sind die Auseinandersetzung mit Theorie, Literatur, Text und Sprache sowie mit Körperlichkeit, Geschlecht und Performance für die Kamera. Ihre Arbeiten reichen von Solos und Einkanal-Videos über Projekte mit Teams aus mehreren Performer:innen, Künstler:innen, Musiker:innen und Techniker:innen bis hin zu Mehrkanal-Videoinstallationen und Videoserien. Ihre performativen Mittel lassen sich mit dem Begriff Drag beschreiben. Dabei geht es nicht um ein auf Crossdressing im Sinne eines „anderen Geschlechts“ innerhalb einer angenommenen binären Geschlechterordnung beschränktes Verständnis, sondern um die umfassendere Idee einer offenen Performance von Nicht-Identität. Sie setzt sich intensiv mit gesellschaftlichen Normen und Formen der Repräsentation auseinander und strebt insbesondere eine Queering von Weiblichkeit an. Sie entwickelt Personas, Figuren und Alter Egos und nutzt diese als Mittel, um ausgehend vom Persönlichen bis hin zu Fragen gegenwärtiger gesellschaftlicher Krisen zu erkunden, „was sie beschäftigt“, und eine Perspektive oder einen Umgang damit zu finden. Sie studierte Vergleichende Literaturwissenschaft in Innsbruck und Medienkunst an der Kunsthochschule für Medien Köln. Zu ihren Arbeiten zählen unter anderem die temporäre Datingagentur „Twelve Roses“ (2013) in Beirut, Libanon, das partizipative Performance-Coaching-Institut „This Is Not A Competition“ (2016), die Online-TV-Serie „Studio Hallo“ (2018), die Solo-Performance „Men and me“ (2019) sowie eine langfristige Zusammenarbeit mit den Tänzer:innen und Choreograf:innen Artmann&Duvoisin.


Das Förderprogramm Medienkunstfonds fördert neue kooperative Prozesse in der Medienkunst & digitalen Kultur. Es unterstützt die Zusammenarbeit zwischen Akteurinnen und Akteuren aus verschiedenen Bereichen von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft in Nordrhein-Westfalen.