Captured in Code: Ausstellung Virtuelle Fotografie

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Captured in Code: Ausstellung Virtuelle Fotografie

DIAS-Kollektiv | Kulturort Depot Dortmund

Allg. Projektförderung Medienkunst 2026Förderung

Das Festhalten flüchtiger Momente, Ausdruck von Kreativität, der Austausch in Communities: das und vieles mehr bietet das aufstrebende Medium der virtuellen Fotografie.
Captured in Code widmet sich dieser im Ausstellungskontext bisher kaum beleuchteten Praxis und macht ihre ästhetische und methodische Vielfalt sichtbar. Virtuelle Fotografie entsteht innerhalb digitaler Spielwelten: Über Screenshotting, kameraähnliche Modi oder selbst entwickelte Techniken werden Menschen und Szenen in Bildern festgehalten, Perspektiven erkundet und visuelle Geschichten gestaltet. Komposition und Timing sind so wesentlich wie in der klassischen Fotografie  doch ist das Licht simuliert und die Motive entstammen programmierten Umgebungen. Sie sind bildgewordener Code.

Dass die entstehenden Werke trotzdem einzigartig und nahbar sind, sie uns etwas über die Fotograf:innen und die Wechselwirkungen mit unserer analogen Welt verraten, zeigt das komplexe Spannungsfeld, das virtuelle Fotografien eröffnen: Sie verorten sich zwischen Analogem/Digitalem, zwischen Realität/Simulation, zwischen Individualität/Kollektivität und lassen uns diese binären Kategorien gleichzeitig hinterfragen und in ihre Zwischenräume vorstoßen. Die Ausstellung präsentiert einen Querschnitt der Praxis: Werke aus Online-Communities und von Künstler:innen, die virtuelle Landschaften, Personen, Städte mit ganz eigener Handschrift einfangen oder die texturierten Kunstwelten von Videospielen über provozierte Bildfehler dekonstruieren.
Captured in Code richtet sich an ein kunstinteressiertes Publikum ebenso wie an technik- und spielaffine Menschen. Begleitende Workshops, Führungen sowie eine interaktive Foto-Station laden Besucher:innen ein, Videospiele aus einer neuen Perspektive zu erleben – als kulturelle Schaffensräume, in denen kreative Bildproduktion, ästhetische Experimente und gemeinschaftliche Praktiken zusammenfinden.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Isabelle HammThomas Spies und Sebastian Möring.


Die Kurator:innen (DIAS-Kollektiv)
 
Isabelle Hamm, M.A. (sie/ihr) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medienkultur und Theater der Universität zu Köln. Ihre Schwerpunkte in Forschung und Lehre umfassen Museologie, digitale Kunstvermittlung, virtuelle Ausstellungen, Schnittstellen von Computerspielen und Kunst sowie die Vermittlung und Ausstellbarkeit von Computer-spielen und digitaler Kunst. Derzeit konzipiert sie ihr Promotionsprojekt mit dem Titel Kunstpräsentationen im digitalen Raum: Zur medialen Transformation virtueller Ausstellungen. Sie ist Mitherausgeberin des Sammelbandes Gaming the Metaverse (transcript, i. E.) und Mitorganisatorin der Tagung Spiel | Museum: Ein Brückenschlag (2023). Als Co-Projektleitung konzipierte und realisierte sie die Apps Kunst-freunde im Wallraf für das Wallraf-Richartz-Museum und Warhol & Freunde für das Museum Ludwig in Köln. 2018 kuratierte sie die Ausstellung Eine Intervention in Zusammenarbeit mit der Initiativejungekunstfreunde, der Artothek Köln und der Universität zu Köln. Seit 2019 setzt sie sich als Mitglied des Jungen Think Tanks im Dachverband der Kulturfördervereine Berlin für Zugänge, Programme und Mitsprache junger Erwachsener in Museen ein. Weitere Publikationen und Informationen: https://mekuwi.phil-fak.uni-koeln.de/personen/wissenschaftliche-mitarbeiter-innen/isabelle-hamm-ma.

Prof. Dr. Sebastian Möring (er/ihm) ist Professor für Game Design an der Hochschule Macromedia | Campus Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind Philosophie und Ästhetik von Computerspielen, In-Game-Fotografie, Green Game Studies, Computerspiele im Bildungskontext, Games und Literatur sowie Spielearchivierung. Seit 2014 beschäftigt er sich mit dem Thema Fotografie im Computerspiel und bietet seit 2016 regelmäßig Seminare und internationale Workshops (u.a. in Potsdam, Berlin, Luzern, Mailand) zum Thema an. 2020 wurde die von ihm kuratierte DIGAREC In-Game Photo Gallery in Mozilla Hubs eröffnet. Im Jahr 2021 erhielt er den Lehrpreis des Landes Brandenburg für ein Seminar, in welchem er mit Studierenden virtuelle Ausstellungen entwickelte. Er ist Mitherausgeber des Sammelbandes Screen Images. In-Game Photography, Screenshot, Screencast(Kadmos, 2023) und Co-Autor des Kapitels Camera Ludica: Reflections on Photography in Video Games (in Intermedia Games–Games Inter Media: Video Games and Intermediality, Bloomsbury Academic, 2019). Weitere Publikationen und Informationen: http://sebastianmoering.com.

Dr. Thomas Spies (er/ihm; he/they)  hat zu Traumarepräsentation in Computerspielen an der Universität Köln promoviert und lehrt Medienwissenschaften an der Universität Köln sowie Game Design an der Hochschule Macromedia | Campus Köln. Er setzt sich kritisch mit Videospielen und anderen Medien auseinander und forscht zu Herrschafts- und Machtdynamiken auf systemischer Ebene. Mit virtueller Fotografie beschäftigt er sich sowohl theoretisch als auch praktisch: Die Studie Behind the Lens: Defining Virtual Photography through Community Interviews (zusammen mit Alex Urban, 2024, im Review-Prozess) findet auf Grundlage ausgewerteter Gespräche mit virtuellen Fotograf:innen zu einer soziokulturellen Definition virtueller Fotografie; Anfang 2025 erscheinen einige seiner virtuellen Fotografien im Fotoband The Photographer’s Guide to Los Santos, herausgegeben von Matteo Bittanti und Marco de Mutiis. Er ist Mitherausgeber des Sammelbands Spiel*Kritik: Kritische Perspektiven auf Videospiele im Kapitalismus(transcript, 2024, zusammen mit Şeyda Kurt und Holger Pötzsch), Organisator der Veranstaltungsreihe Let’s Play Critical, bei der Expert:innen themenbezogen Videospiele vor Publikum begehen, Mitglied der medienkünstlerischen Formierung K.O.Z. und Associate des pseudo-marxistischen Media-Guerilla-Kollektivs Total Refusal aus Wien. Weitere Publikationen und Informationen: https://thomspies.net/.


Das Förderprogramm Allgemeine Projektförderung Medienkunst unterstützt Projekte und Ausstellungsvorhaben im Kontext der Medienkunst, die künstlerische Positionen der Medienkunst erforschen, präsentieren, thematisieren und zielgruppenspezifisch vermitteln möchten. Ein wichtiges Ziel ist die Erforschung, der Erhalt und die Präsentation des Medienkunstbestandes in Nordrhein-Westfalen.