Artist Talk mit Holly Herndon | #TdM2020

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Artist Talk mit Holly Herndon | #TdM2020

online
MO, 28.09.2020

Büro medienwerk.nrwArtist Talk

Erstmalig nahm das Büro medienwerk.nrw am Tag der Medienkompetenz teil. Als Videobeitrag für die digitale Ausstellung des TdM2020 wurde ein Artist Talk zwischen Fabian Saavedra-Lara (Leiter des Büro medienwerk.nrw) und der US-amerikanischen Medienkünstlerin Holly Herndon gezeigt.

Unter dem Motto  „A Better Tomorrow! – Visionen für eine digitalisierte Gesellschaft“ fand am 28. September 2020 der achte Tag der Medienkompetenz im Landtag Nordrhein-Westfalen statt. Gemeinsam mit Bürger*innen, Akteur*innen der Medienkompetenzvermittlung und Vertreter*innen der NRW-Landespolitik wurde darüber diskutiert, wie der digitale Umbruch politisch gestaltet werden und welchen Beitrag jede*r Einzelne zu einer menschlichen Gesellschaft leisten kann. Aufgrund der Coronapandemie fand der TdM2020 virtuell und digital statt. Im Livestream haben Diskussionen und Themenforen dazu angeregt, tiefer in einzelne Aspekte der Digitalkompetenz einzusteigen. Beim „Town Hall Meeting“ stellte sich die Landespolitik live den Fragen der digitalen Öffentlichkeit. Und auch die zentrale Ausstellung wurde aus dem Landtag ins Netz verlagert. Hier zeigten Institutionen aus NRW, u.a. das Büro medienwerk.nrw, ihre eigenen Visionen für eine digitale Zukunft.

THE SOUND OF DATA: Artist Talk & Konzert mit Holly Herndon

Unter dem Titel „Every Step You Take – Kunst und Gesellschaft im Datenzeitalter“ fand am 12.–15. November 2015 die zweite Konferenz des medienwerk.nrw statt, die sich mit den Debatten rund um Big Data, Überwachung und Datenschutz beschäftigte. In den Räumlichkeiten des Dortmunder U und des Schauspiel Dortmund trafen internationale Positionen aus Medienkunst & digitaler Kultur aufeinander, um Utopien und Dystopien unserer digitalen, vernetzten medialen Realität zu befragen. Neben einer Ausstellung, zahlreichen Vorträgen, Paneldiskussionen, Künstlergesprächen und Filmvorführungen, umfasste das Programm auch ein Konzert der US-amerikanischen Künstlerin Holly Herndon.

Im Artist Talk mit Fabian Saavedra-Lara, dem Leiter des Büro medienwerk.nrw, spricht die avantgardistische Musikerin über die Liebesbeziehung zu ihrem Laptop und über „THE SOUND OF DATA“. Zu hören sind elektronische Klangcollagen, die ebenso Samples aus dem digitalen Alltag umfassen wie Glitches, Störungen, Fehler im System und Ausdrucksformen medialer Hyperaktivität. Begleitet wurde das Konzert durch Vocals von Colin Self und Visuals von Mat Dryhurst.

Holly Herndon bewegt sich zwischen Medienkunst und elektronischer Musik. 2015 erschien ihr Album „Platform“, welches von der Kritik international gefeiert wurde. Darin thematisiert sie das emotionale Verhältnis zwischen Mensch und Maschine. Alternative Fortschrittsideale werden hier spürbar: Wie könnten sich zukünftige Technologien nutzen lassen, wenn sie offen, zugänglich und frei von wirtschaftlichen oder politischen Interessen wären? Dabei reflektiert Herndon stets die Konstitution derjenigen Medien, die sie für ihre Musikproduktion nutzt – in ihren Songs werden Software und Laptop als zerbrechliche Akteure dargestellt, die sich von vertrauten Geräten des alltäglichen Gebrauchs, der Kreativität und sozialen Kommunikation jederzeit in Apparate der Überwachung und Kontrolle verwandeln können.

DIGITALE FOLKLORE

Pauline

DIGITALE FOLKLORE

HMKV Hartware MedienKunstverein
FR, 16.10.2015, 18:00 UHR

Büro medienwerk.nrwArtist Talk

Am 16. Oktober fand im Rahmen der Ausstellung Digitale Folklore des Hartware MedienKunstVerein (HMKV) eine Gesprächsveranstaltung statt, die das Büro medienwerk.nrw organisierte. Als Gesprächsgast eingeladen war der Designer Manuel Bürger (Berlin).

In seiner kreativen Arbeit beschäftigt sich Bürger mit partizipativen Designpraktiken im Netz. So gestaltete er bspw. die der Ausstellung zugrunde liegende Publikation Digital Folklore und ist derzeit u.a. mit dem Design für das Medienkunstfestival transmediale (Berlin) befasst. In einer kurzen Präsentation und einem anschließenden Gespräch stand das aktuelle Interesse im Feld der digitalen Kultur an den Amateurkulturen im frühen Netz der 1990er im Vordergrund: Was hat sich seitdem verändert, was ist verloren gegangen? Offenbar boten die damaligen Web-Dienste und Werkzeuge mehr Spielraum für individuelle Gestaltung und ermöglichten somit eine größere Bandbreite an Ästhetiken sowie eine lebendige User-Kultur, die in den letzten Jahren im Zuge der fortschreitenden Kommerzialisierung des Webs zugunsten uniformer Templates verschwunden ist. Im Gespräch mit Dr. Inke Arns (HMKV) und Fabian Saavedra-Lara (Büro medienwerk.nrw) wird es u.a. um die Frage gehen, was aus den alten Idealen der DIY-Kultur im Netz geworden ist, was wir heutigen User rückblickend von ihr lernen könnten und wie die damaligen, aus heutiger Sicht „retro“ anmutenden Netz-Ästhetiken heutige Gestaltungspraktiken sowie künstlerische Praktiken beeinflussen („Post-Internet“).
 
Mit: Manuel Bürger (Berlin), Moderation: Dr. Inke Arns (HMKV), Fabian Saavedra-Lara (Büro medienwerk.nrw)

Manuel Bürger (Berlin) bzw. „The Laboratory of Manuel Bürger“ (Worldwide) beschäftigt sich mit dilettantischen und virtuosen Designkräften, arbeitet zwischen Nonsens und Kulturtheorie und betreut Kunden aus verschiedensten Gebieten der Kommunikationslandschaft, wie z.B. das transmediale Festival in Berlin. Bürger ist Teil einiger Kollektive wie Mimetic Club, Bench Boys, Figure 8, unterrichtet an der Merz Akademie in Stuttgart und betreibt erfolgreich den Naives & Visionaries-Verlag. Zudem betreut er das regelmäßig erscheinende Research Magazin CVSN des Critical Vision Studiengangs der University of Cincinnatti, USA, sowie die jährliche Research-Publikation der Aarhus University, Dänemark. Letzte Publikationen und Aufsätze beschäftigen sich mit dem mimetischen Potential von Design und House Music: „Slippery Design – forever beta“ bzw. „Duck House Theory – Robert Venturi’s Darkroom Fantasies“.

Das Büro medienwerk.nrw wurde gefördert durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen. Träger des Büros: Hartware MedienKunstVerein, Dortmund.